Wie gefährdet ist der Lötschbergtunnel wirklich?

tmxh

14.2.2020 - 18:00

Wie sicher ist der Lötschberg-Tunnel? Nach dem Wassereinbruch herrscht Unsicherheit.
Bild: Archiv

Der Wassereinbruch am Lötschbergtunnel vor einigen Tagen wirft viele Fragen auf. Die Wichtigste: Wie sicher sind Tunnel und Bahnverbindung? 

Nach dem verheerenden Wassereinbruch am Donnerstag steht die Sicherheit des Lötschbergtunnels infrage. Noch immer dringen Schlamm und Wasser in den Tunnel, der zeitweise nicht befahrbar war und gesperrt werden musste. Eine der Röhren ist inzwischen wieder freigegeben, die Züge Richtung Wallis dürfen aber nur mit geringer Geschwindigkeit hindurchfahren. Die Strecke Mailand-Basel wird hingegen noch über einen Umweg geführt: Verspätungen der Eurocity-Züge sind die Folge.

Die zweite Röhre auf dem Doppelspurabschnitt soll indes noch tagelang gesperrt bleiben, wie «Blick» berichtet. «Wir sind mit Hochdruck daran, die Röhre von Schlamm und Wasser zu befreien», zitiert die Zeitung BLS-Sprecherin Tamara Traxler. Erste Untersuchungen hätten demzufolge ergeben, «dass es in den letzten Tagen mehr Bergwasser hatte als üblich». Ein gesondertes Entwässerungssystem leitet das überflüssige Wasser ab.



Unsicherheit über Dimension des Problems

Doch noch immer ist nicht klar, warum überhaupt Wasser eindringen kann. Dies sei seit der Tunneleröffnung 2007 noch nie geschehen. Die BLS könne nicht abschätzen, wie gross das Problem sei, heisst es in «Blick». «Wir wissen nicht, wie sich die Menge des Wassers weiterentwickelt», so Traxler. Am wichtigsten sei die Sicherheit von Arbeitern und Passagieren.

Daher sei es «noch zu früh, um die definitiven Massnahmen abzuschätzen», sagt die BLS-Sprecherin. Man könne «deshalb noch nicht abschliessend sagen, wann der Tunnel wieder ganz normal befahren werden kann.»

Unsicherheit herrscht währenddessen auch bei den Behörden im Wallis: «Für das Wallis ist bereits diese Teilschliessung ein harter Schlag. Pendler wie Touristen sind verunsichert. Es droht ein finanzieller Schaden», zitiert «Blick» den Walliser CVP-Nationalrat Philipp Matthias Bregy. Auch die grossen Umwege seien «schlicht inakzeptabel für Wirtschaft und Tourismus», so der Politiker.

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