Locarno

Zürcher Kantonsschüler auf Maturreise verletzen Asylbewerber schwer

SDA/dor

5.10.2020

In der Nacht auf Freitag wurde in Locarno ein Asylbewerber bei einer Schlägerei mit Kantonsschülern aus Zürich schwer verletzt (im Bild die nach heftigen Regenfällen der vergangenen Tage unter Wasser stehende Uferzone am Lago Maggiore).
Bild: Keystone/Ti-Press/Samuel Golay

Maturanden aus Zürich sollen in Locarno einen Asylbewerber spitalreif geschlagen haben. Mehrere Jugendliche wurden von der Polizei vernommen, festgenommen wurde allerdings keiner.

Schüler der Zürcher Kantonsschule Hottingen sollen in Locarno in eine Schlägerei mit einem Asylbewerber verwickelt gewesen sein. Die Schüler waren seit Montag im Tessin auf Maturreise. Der Vorfall soll sich in der Nacht auf Freitag ereignet haben.

Der Asylbewerber ist nach Angaben der Tessiner Kantonspolizei vom Sonntag noch im Spital wegen Verletzungen im Gesicht. Wie viele junge Männer an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen seien und wer den Streit begonnen habe – überhaupt: was passiert sei –, das müsse noch genauer untersucht werden, hiess es.

Damit bestätigte die Polizei in Bellinzona einen Bericht des «Tages-Anzeigers» vom Sonntag, der den Rektor der Zürcher Kantonsschule Hottingen zu Wort kommen lässt. Gemäss dem Blatt ereigneten sich die Handgreiflichkeiten von deren Maturanden in Locarno in der Nacht auf Freitag.

Laut einer an alle Eltern versandten E-Mail des Rektors der Schule soll der Asylsuchende «erheblich verletzt» sein, heisst es in dem Bericht. Er befinde sich im Spital. Die in den Vorfall verwickelten Maturanden seien am Freitag von der Polizei in Locarno länger verhört worden, weshalb sie nicht wie geplant zurückreisen konnten. Mittlerweile seien alle wieder zu Hause.

Noch keine Angaben zu Auslöser der Schlägerei

Wie es zur Auseinandersetzung kam und von wem die Aggression ausging, ist bis jetzt unklar. Die Tessiner Polizei machte noch keine Angaben dazu.

«Wir sind sehr betroffen über diesen Vorfall, welcher im Widerspruch zu den an der Schule gelebten Werten steht», schreibt der Rektor in der dem «Tages-Anzeiger» vorliegenden E-Mail an die Eltern. Dem verletzten Asylbewerber wünsche man eine rasche und vollständige Genesung.

Das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt soll informiert worden sein.

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