Der Unterwelt auf der Spur

US-Fahnder suchen Drogen und finden Tunnel nach Mexiko

dpa

17.5.2022 - 18:57

This undated photo provided by Homeland Security Investigations shows the inside of a cross border tunnel between Mexico's Tijuana into the San Diego area. Authorities announced on Monday, May 16, 2022, the discovery of the underground smuggling tunnel on Mexico's border, running the length of a football field on U.S. soil to a warehouse in an industrial area. The cross-border tunnel from Tijuana to the San Diego area was built in one of the most fortified stretches of the border, illustrating the limitations of former President Donald Trump's border wall. (Homeland Security Investigations via AP)
Die entdeckte Tunnelanlage führt vom mexikanischen Tijuana in ein 532 Meter entferntes Lagerhaus in San Diego.
Homeland Security Investigations/AP/Keystone

US-Ermittler wollen in San Diego Drogen beschlagnahmen. Die finden sie zwar nicht — stattdessen jedoch einen 532 Meter langen Tunnel ins benachbarte Mexiko.

dpa

17.5.2022 - 18:57

US-Ermittler haben einen Schmugglertunnel unter der Grenze zu Mexiko aufgespürt. Die Anlage sei von Tijuana in Mexiko in ein 532 Meter entferntes Lagerhaus in San Diego gegraben worden, teilten die Behörden am Montag (Ortszeit) mit.

Sie habe einen Durchmesser von 1,20 Meter und sei mit Schienen, Belüftung, Stromleitung sowie verstärkten Wänden sechs Stockwerke tief unter der Oberfläche angelegt worden. Ob der Tunnel jemals in Betrieb ging und wenn ja, wie viele Drogen durch ihn geschmuggelt wurden, konnten die Ermittler nicht sagen.

A law enforcement officer stands by the opening of a cross-border tunnel on Monday, May 16, 2022 between Mexico's Tijuana into the San Diego area. Authorities have announced the discovery of the underground smuggling tunnel on Mexico's border, running the length of a football field on U.S. soil to a warehouse in an industrial area. The cross-border tunnel from Tijuana to the San Diego area was built in one of the most fortified stretches of the border, illustrating the limitations of former President Donald Trump's border wall. (AP Photo/Elliot Spagat)
Ein Polizist steht bei der Öffnung eines grenzüberschreitenden Tunnels zwischen dem mexikanischen Tijuana und dem Grossraum San Diego.
AP Photo/Elliot Spagat/Keystone

Gut gesicherte Grenze

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurden knapp 800 Kilogramm Kokain, 75 Kilogramm Methamphetamin und 1,6 Kilogramm Heroin beschlagnahmt, und sechs Verdächtige im Alter von 31 bis 55 Jahren festgenommen.

Der Tunnel unterquert einen der am besten befestigten Abschnitte der Grenze zwischen den USA und Mexiko und illustriert die begrenzte Wirkung von Grenzmauern, wie sie der frühere US-Präsident Donald Trump propagiert hat.

Lagerhäuser als Tarnung

In der Gegend nahe dem Grenzübergang Otay Mesa von San Diego sind in den vergangenen 20 Jahren mehr als ein Dutzend solcher Tunnel entdeckt worden. Sie lassen sich in dem lehmigen Boden dort gut graben. Auch gibt es viele Lagerhäuser, die als Tarnung genutzt werden können.

Die Ermittler kamen dem Tunnel auf die Spur, weil sie ein Drogenversteck in einem Haus observierten. Sie stoppten mehrere Fahrzeuge, die auch an dem Lagerhaus verkehrten und entdeckten kistenweise Kokain, wie es in einer in San Diego eingereichten Strafanzeige heisst.

Bei einer Razzia in dem Lagerhaus fanden sie am Freitag zwar keine weiteren Drogen, aber eine in den Zementboden gebrochene Tunnelöffnung.

dpa