Achtklässlerin findet möglichen Coronavirus-Stopper

tgab

30.10.2020

Den potenziellen Corona-Stopper hat Anika Chebrolu mit Rechnerunterstützung aus rund 698 Millionen Komponenten identifiziert. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Eine 14-jährige Texanerin hat an ihrem Computer ein Molekül identifiziert, das das  Coronavirus an seiner Verbreitung hindern könnte.

Weltweit suchen viele Wissenschaftler fieberhaft nach Anti-Corona-Therapien. In Frisco bei Dallas hat Anika Chebrolu nun ein Molekül identifiziert, das gegen Corona helfen könnte. Verblüffend: Die jugendliche Forscherin ist gerade einmal 14 Jahre alt.

Im Interview mit Michaela Haas von der Süddeutschen Zeitung erklärt sie die Funktionsweise ihrer Entdeckung: Das Molekül «bindet sich an das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus. Durch die Bindung verändert es die Form des Proteins, und damit kann das Protein nicht mehr richtig funktionieren.» Dadurch sei das Virus nicht mehr in der Lage, in Zellen einzudringen und sie zu infizieren.

Der Teenager hatte sein Forschungsprojekt schon letzten Sommer begonnen, bevor Covid-19 auf die Weltbühne getreten ist. Die verheerenden Auswirkungen der Spanischen Grippe Anfang des 20. Jahrhunderts hatten das Interesse der Jugendlichen geweckt. «Trotz all der Forschung sterben allein in den USA jedes Jahr etwa 60.000 Menschen an der Grippe, also wollte ich wissen, was man dagegen tun kann, vor allem, wie man die Sterblichkeitsrate senken kann», berichtet Anika Chebrolu im Interview.

Mit Computersoftware und Webtools zum Erfolg

Bei ihrer Recherche erfuhr das Mädchen von sogenannten In-silico-Methoden zur Medikamentenerforschung. Diese findet am Computer statt, nicht im Labor. Das Molekül hat Anika Chebrolu mit Rechnerunterstützung aus rund 698 Millionen Komponenten identifiziert. «Mit Hilfe meines Mentors, Dr. Mahfuza Ali, konnte ich mein Molekül auf das SARS-CoV-2-Virus ansetzen, denn das hat in diesem Jahr wesentlich mehr Schaden in der Welt angerichtet als das Influenza-Virus», sagt die junge Forscherin.

Mit ihrem Projekt wurde die Schülerin Finalistin beim 3M Young Scientist Challenge. Sie hat den Titel »Amerikas Top-Nachwuchswissenschaftlerin« gewonnen, dotiert mit 25.000 Dollar. Ihre Pläne: «Ich will die 25.000 Dollar in meine Forschung investieren und mein Molekül weiterentwickeln, idealerweise bis zur Medikamentenreife.»

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