Alitalia hebt zum letzten Mal ab

SDA/sob

14.10.2021 - 04:55

epa01300968 An Alitalia airplane lands at the 'Leonardo da Vinci' International Airport in Fiumicino, Rome, Italy, 31 March 2008. Italian national carrier Alitalia on 30 March 2008 began scaling back flights at Milan?s Malpensa airport in line with a takeover plan by Air France-KLM. Air France-KLM on 31 March 2008 entered talks with combative Italian unions that so far have rejected the revised version of the takeover plan. Italian trade unions fear the planed takeover could cost up to 7,000 jobs. EPA/ALESSANDRO DI MEO
Eine Maschine der Alitalia hebt auf dem Flughafen «Leonardo da Vinci» in Fiumicino, Rom. (Archiv)
Bild: Keystone

Die Fluglinie Alitalia galt als nationales Symbol Italiens. Jahrelang kam sie nicht aus der wirtschaftlichen Krise. Nun ist sie Geschichte. Aber die Geschichte geht weiter – mit der staatlichen Italia Trasporto Aereo.

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14.10.2021 - 04:55

Aus Swissair wurde Swiss, aus Alitalia wird Ita. An diesem Donnerstag endet ein Kapitel der italienischen Luftfahrtgeschichte. Am späten Abend soll der letzte Flug der Airline Alitalia von Sardinien nach Rom fliegen.

Laut Plan werde die Maschine aus Cagliari um 23:10 Uhr am Hauptstadtflughafen Rom-Fiumicino erwartet, erklärte ein Alitalia-Sprecher auf Nachfrage. Mit dem letzten Flug geht die Linie ausser Betrieb.

Neues Kapitel in Italiens Luftfahrt

Am Freitag will die neue Staatsairline Italia Trasporto Aereo (Ita) abheben. Sie gilt als Alitalia-Nachfolgerin, ist laut EU-Kommission allerdings nicht ihr wirtschaftlicher Nachfolger. Brüssel will, dass Ita mit der Vergangenheit der kriselnden Alitalia bricht.

Nach 2002 erwirtschaftete die Traditionsfluglinie keinen Gewinn mehr. Versuche, das Unternehmen wieder auf die Beine zu bringen, scheiterten. 2017 ging es in die Insolvenz und der italienische Staat übernahm.

Dieser gewährte Überbrückungshilfen in Höhe von rund 900 Millionen Euro – aus Sicht der Wettbewerbshüter in Brüssel rechtswidrig. Während der Corona-Pandemie war Alitalia auf weitere Millionen-Hilfen angewiesen, um seinen Betrieb aufrechterhalten zu können.

Unmut und Zorn über Alitalia

Die Situation um das Ende Alitalias und den geplanten Beginn der Ita sorgte immer wieder für Unmut und Zorn bei den mehr als 10'000 Angestellten. Das neue Unternehmen plant mit weniger Personal, etwa 2800 Mitarbeiter, und zunächst 52 Maschinen an den Start zu gehen.

Auch Papst Franziskus flog regelmässig mit einer Maschine der Alitalia. (Archivbild)
Keystone

Viele Alitalia-Mitarbeiter können dort nicht weiter beschäftigt werden. Die Folge waren bis zuletzt Proteste und viele gestrichene Flüge. Mit dem Aus soll auch die Marke Alitalia verkauft werden. Angebote für die 290-Millionen-Euro-Offerte kamen bislang jedoch nicht.

Mit dem letzten Flug endet die 74-jährige Ära der Fluglinie. Die erste Alitalia-Maschine hob nach Unternehmensangaben am 5. Mai 1947 zum Flug auf der Strecke Turin-Rom-Catania ab.

Ein teurer Familie

Auch die Päpste flogen mit der Airline. Auf seiner zurückliegenden Reise nach Budapest erwähnte Papst Franziskus in seiner Ansprache vor Journalisten das Ende Alitalias. Italiens Regierungschef Mario Draghi sagte im April, er betrachte Alitalia als eine Art Familie, «eine etwas teure Familie, aber eben doch Familie».

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