Hoffnung

Good News aus der Pandemie? Ja, die gibt es 

Von Julia Käser

11.2.2021

In der Corona-Krise zeigte sich die Solidarität, als es sie brauchte. 
In der Corona-Krise zeigte sich die Solidarität, als es sie brauchte. 
Bild: Keystone

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste. Aber war wirklich alles schlecht im letzten Jahr? Ein Versuch, das Gegenteil zu beweisen.

8978 Personen sind in der Schweiz bis jetzt am Coronavirus gestorben. Viele weitere sind schwer erkrankt und wiederum andere bringt die Pandemie finanziell in Bedrängnis.

Dieser Corona-Ausnahmezustand hält an. Zuletzt machten verschiedene Virus-Mutationen die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu einer neuen Normalität zunichte. Gibt es dennoch Anlass, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen? «blue News» wagt einen Versuch. 

1
Unsere Luft wird besser

Aufgrund des Lockdowns und der Reisebeschränkungen blieben 2020 viele Flugzeuge am Boden, auch der Strassenverkehr nahm ab. Die Folge davon: Unsere Luft wurde sauberer. In Basel etwa sind die Belastungen durch Stickstoffdioxid deutlich gesunken. Die Ozon-Belastung fiel ebenfalls geringer aus als in den Vorjahren.

Wie das Lufthygieneamt beider Basel schreibt, lassen sich diese positiven Effekte einerseits auf die Corona-Pandemie zurückführen, andererseits aber auch auf günstige Witterungsverhältnisse. 

Tatsächlich stellt die Luftverschmutzung für Millionen von Menschen eine Gesundheitsgefahr dar. Alleine im EU-Raum führt verschmutzte Luft zu jährlich rund 400'000 vorzeitigen Todesfällen, wie aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur hervorgeht. 

2
Die Solidarität war da, als es sie brauchte

Immer wieder appellierte der Bundesrat an die Solidarität der Bevölkerung. Vor allem im Frühjahr zeigte das auch Wirkung: Nachbarschaftshilfen sprossen aus dem Boden, Facebook-Gruppen wurden gegründet und Balkonkonzerte gespielt. 

Die jungen Menschen zeigten sich solidarisch gegenüber der älteren Generation – und hilfsbereit. Gemäss einer Umfrage des Instituts gfs.bern haben 76 Prozent der Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren während des Lockdowns im Frühjahr Unterstützung erhalten. 

3
Die Tiere konnten sich erholen

Corona beschaffte vielen Tierarten eine Pause. Vor allem Vögel profitieren vom Rückgang menschlicher Aktivität. Vor allem chronischer Verkehrslärm belastet sie besonders und kann zu Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung sowie der Entwicklung von Jungvögeln führen. 

Aber auch anderen Tierarten kam die Pause zugute. An der deutschen Ostsee wurden 2020 so viele junge Kegelrobben gesichtet wie seit Jahrzehnten nicht. Die Tierart galt vor 100 Jahren in Deutschland als praktisch ausgerottet. Auch an den Küsten Dänemarks und der Niederlande gab es besonders viel Kegelrobben-Nachwuchs. Der Grund dafür: Aufgrund der Pandemie waren die Strände zeitweise menschenleer.

Von ausbleibenden Touristenmassen hatten auch die Galapagos-Pinguine was. Die vom Aussterben bedrohende Art soll sich im letzten Jahr deutlich erholt haben. 

Galapagos-Pinguine geniessen es, dass die Touristenmassen ausbleiben. 
Galapagos-Pinguine geniessen es, dass die Touristenmassen ausbleiben. 
Bild: Barcroft Media via Getty Images
4
Das Impfen geht weiter

Diese Nachricht gab vielen Hoffnung: Am 19. Dezember 2020 wurde der erste Corona-Impfstoff in der Schweiz zugelassen. Damit startete die grösste Impfaktion der Geschichte.

Mittlerweile sind knapp fünf Prozent der Bevölkerung geimpft. Zwar ist es zwischenzeitlich zu Lieferengpässen gekommen, jüngst hat der Bund laut BAG aber 800'000 neue Impfdosen erhalten. Für Nachschub sollte gesorgt sein: Verträge wurden bis jetzt mit fünf verschiedenen Impfstoffherstellern abgeschlossen. 

Tatsächlich arbeitete die Forschung seit Ausbruch der Pandemie auf Hochtouren und hat im Rekordtempo wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt. Ein Triumph der Wissenschaft. 

5
Die US-Wahlen

«Es wird irgendwann einfach verschwinden», sagte der ehemalige US-Präsident Donald Trump einst über das Coronavirus. In den USA sind mittlerweile mehr als 465'000 Menschen infolge einer Infektion gestorben, der Volkswirtschaft droht eine grosse Krise.

Für seine Corona-Politik erntete Trump deshalb viel Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Insgesamt 67 Prozent der US-Wählenden waren gemäss Umfragen unzufrieden mit seiner Pandemie-Politik. Zwar hat seine Abwahl viele Gründe, Vertrauen schaffen konnte Trump im Pandemie-Jahr aber kaum. 

Mit Joe Biden ist die USA zurück in der WHO. Das Land aus der Krise zaubern kann und wird auch er nicht. Zumindest aber gilt er für viele als Hoffnungsträger – und das ist es, was die Welt in diesen Zeiten braucht. 

6
Pflegeberufe rückten ins Zentrum

Das Klatschen liess zwar nach, aber es bleibt zu hoffen, dass es nicht beim Applaus geblieben ist. Schon vor der Pandemie zeichnete sich in diversen Ländern ein akuter Pflegenotstand ab, auch in der Schweiz. Ein Grund dafür ist nicht nur die alternde Bevölkerung, sondern auch die hohe Aussteiger-Quote in Pflegeberufen. 

Bereits 2017 lancierte der Verband der Pflegefachfrauen und -männer (SBK) die Pflegeinitiative. Darin wird unter anderem gefordert, dass der Bund sicherstellt, dass genügend Fachpersonal zur Verfügung steht. Das Argument: Eine vom SBK in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Einsparungen bei Pflegekräften Menschenleben gefährden und die Spitalkosten erhöhen. 

7
Die Heimat wird neu entdeckt

Statt über die Weihnachtsferien nach Bali zu fliegen und den Sommer auf Teneriffa zu verbringen, machte die Schweizer Bevölkerung aufgrund der Corona-Pandemie mehrheitlich im eigenen Land Ferien. Vor allem die Liebe zur Natur wurde wieder entdeckt. 

Das kam nicht nur dem gebeutelten Tourismus hierzulande zugute, sondern hat laut einer neuen Studie auch Nachwirkungen: Demnach plant die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer auch in Zukunft vermehrt Ferien in der Schweiz. 

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