Der Weisse Hai greift an: Todesopfer vor Cape Cod nur eine Frage der Zeit?

14.9.2018 - 18:16, jfk

Haie tummeln sich in unmittelbarer Strandnähe bei Chatham im US-Bundesstaat Massachusetts. Im August wurde ein Badegast am Cape Cod von einem Weissen Hai schwer verletzt, die erste Attacke auf einen Menschen in dieser Küstenregion. (Archiv)
Bild: Keystone/Wayne Davis/Atlantic White Shark Conservancy
Der Mensch gehört eigentlich nicht ins Beuteschema des Carcharodon carcharias. Trotzdem kommt es ab und an zu Attacken und weltweit jährlich auch zu vereinzelten Todesfällen.
Bild: Keystone/Greg Skomal
Der 61-jährige William Lytton, der laut nur 20 Meter vom Ufer entfernt im Wasser gestanden haben soll, wurde vor Truro, Massachusetts, von einem Weissen Hai gebissen. Dass der Patient wohl keine bleibenden Schaden davontragen wird, grenze den Ärzten zufolge an ein Wunder.
Bild: Keystone/Steven Senne
Mehrere Operationen waren nötig, um die klaffende Wunde und den zerfetzten Muskel wieder zusammenzuflicken. Nur wenige Millimeter hätten gefehlt, und der grosse Nerv im Bein wäre irreparabel verletzt worden.
Bild: Keystone/Steven Senne
Zwar gibt es am Cape Cod Warnschilder und immer wieder werden bei Haisichtungen Strände gesperrt, doch nicht alle halten sich an die Empfehlungen.
Bild: Keystone/William J. Kole
Vor Jahrzehnten wurden Robben vom US-Kongress unter Schutz gestellt, woraufhin sich ihre Bestände langsam erholten. Inzwischen findet der Weisse Hai am Cape Cod eine reich gedeckte Tafel vor und hat sich entsprechend breitgemacht.
Bild: Keystone/Wayne Davis/Atlantic White Shark Conservancy
Der Meeresbiologe Greg Skomal markiert vom Boot aus einen seiner Schützlinge. Es gibt keine Anzeichen dafür, das nach der jüngsten Attacke der Zuspruch der Touristen abnehmen würde. Sie scheint eher den Verkauf von Souvenirs anzukurbeln.
Bild: Keystone/Cynthia Wigren/Atlantic White Shark Conservancy
Skomal prophezeite schon vor Jahren, dass es zu Haiangriffen kommen werde. Früher oder später auch zu einem tödlichen.
Bild: Keystone/Steve Heaslip/The Cape Cod Times
Ein verendeter Weisser Hai am Cape Cod. Im Jahr 2009 gab es dank von Schutzmassnahmen bereits eine Kolonie von mindestens zweihundert Exemplaren.
Bild: Keystone/Ken Johnson/Atlantic White Shark Conservancy
Dieses tote Exemplar strandete 2012 und wurde von Skomal untersucht.
Bild: Keystone/Courtney Sacco

Der grösste Raubfisch der Welt tummelt sich vermehrt vor der Ferienhalbinsel Cape Cod in den USA. Im Sommer erlitt ein Badegast eine schwere Attacke. Ein Meeresbiologe hält einen tödlichen Angriff für unausweichlich, sollte sich das Verhalten der abenteuerlustigen Touristen nicht ändern.

Als Steven Spielberg 1975 hier den Filmklassiker «Der Weisse Hai» drehte, war die Anwesenheit des Carcharodon carcharias an der Ostküste vor Neuengland noch Fiktion. Inzwischen hat die Wirklichkeit die Horrorphantasie eingeholt. Vor Jahrzehnten wurden Robben vom US-Kongress unter Schutz gestellt, woraufhin sich ihre Bestände langsam erholten. Inzwischen findet der Weisse Hai am Cape Cod in Massachusetts eine reich gedeckte Tafel vor und hat sich entsprechend breitgemacht. Im Jahr 2009 gab es bereits eine Kolonie von mindestens zweihundert Exemplaren, wie die FAZ berichtete.

Nicht nur Artenschützer zeigten sich über die Entwicklung erfreut, von einer Mischung aus Angst und Neugier getrieben strömen in den Sommermonaten auch vermehrt Touristen und Surfer zu den Stränden, wo in kurzer Entfernung zum Ufer die Raubfische ihrer Jagd nachgehen. Bis zum ersten ernsthaften Zwischenfall hat es lange gedauert, doch im August diesen Jahres wurde der 61-jährige William Lytton, der laut Spiegel nur 20 Meter vom Ufer entfernt im Meer stand, vom Wasser aus angegriffen.

Mehrere Operationen waren nötig, um die klaffende Wunde und den zerfetzten Muskel wieder zusammenzuflicken. Dass der Patient wohl keine bleibenden Schaden davontragen werde, grenze an ein Wunder. Nur wenige Millimeter hätten gefehlt, und der grosse Nerv im Bein wäre irreparabel verletzt worden. Tief im Fleisch stiessen die Ärzte auf einen Zahnsplitter, der den Hai mit Kultstatus als Täter überführte, nachdem ihn der Meeresbiologe Greg Skomal begutachtet hatte.

Es gibt laut «Spiegel» keine Anzeichen dafür, das nach dieser Attacke der Zuspruch der Touristen abnehmen würde. Sie scheint eher den Verkauf von Souvenirs anzukurbeln. Zwar gibt es am Cape Cod Warnschilder und immer wieder werden bei Haisichtungen Strände gesperrt, doch nicht alle halten sich an die Empfehlungen. Skomal, der den engen Kontakt zu seinen Schützlingen selbst nicht scheut, prophezeite schon vor Jahren, dass es zu Haiangriffen kommen werde. Früher oder später auch zu einem tödlichen.

Plastikmüll in den Ozeanen: So sind die Tiere betroffen
Bilder des Tages
Zurück zur Startseite

Weitere Artikel