Heftige Gewitter

Locarno registriert Rekordböe, im Kanton Bern gab es golfballgrosse Hagelkörner

falu, sda

30.6.2022 - 17:05

Am Donnerstagabend sind starke Gewitter über die Schweiz gezogen. Sie brachten starke Sturmböen und Hagelschauer. In den Alpen erwarten Meteorologen am Freitag gebietsweise weiter grosse Regenmengen.

falu, sda

30.6.2022 - 17:05

Die stärkste Gewitterböe seit Messbeginn in Locarno TI, bis zu fünf Zentimeter grosse Hagelkörner im Kanton Bern und mancherorts sintflutartiger Regen: Kräftige Gewitter sind am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag über die Schweiz gezogen.

Betroffen waren etwa das Berner Oberland, das Mittelland, der Jura, die Ostschweiz und das Tessin. Mancherorts kam es zu Überschwemmungen, über grössere Schäden war zunächst aber nichts bekannt.

Im Kanton Schwyz trat laut Angaben der Polizei zwischen Pfäffikon und Freienbach ein Bach über die Ufer. Die Hauptstrasse zwischen den beiden Orten wurde deswegen gesperrt.

Hagelkoerner so gross wie Baumnuesse stuerzten vom Himmel am Sonntag, 1. Juli 2012, in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
Grosse Hagelkörner stürzten am Donnerstag im Kanton Bern vom Himmel. (Archivbild)
Bild: Keystone/Alessandro Della Bella

Orkanböe und Hagel

In Burgdorf BE liess eine Superzelle Hagelkörner mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser herunterprasseln, wie SRF Meteo mitteilte.

Hagel gab es demnach auch andernorts, so etwa in den Kantonen Jura und Basel-Stadt.

Viele Wetterstationen verzeichneten starke bis stürmische Böen.

Nach Mitternacht zog ein Starkgewitter über das Tessin. Die aus Südwesten herein ziehende Hagelzelle brachte auf der Cimetta eine Orkanböe von 129 Kilometern pro Stunde, in Locarno-Monti waren es knapp 117 Km/h. Laut MeteoSchweiz war es dort die stärkste Gewitterböe seit Messbeginn.

Grosse Regenmengen in Alpen erwartet

Am meisten Niederschlag am Donnerstag fiel in Kiesen BE mit 61 Millimetern, wie MeteoNews mitteilte. Die grösste Regenmenge innert zehn Minuten ging ebenfalls im Tessin nieder. In Locarno-Monti waren es 21,0 Millimeter.

Insgesamt knapp 29'000 Blitzeinschläge wurden von Donnerstagmittag bis Freitag früh registriert. Mehrere Tausend davon alleine im Kanton Bern.

Die Gewitter gingen einer Kaltfront voraus, die am Freitag weiter über die Schweiz zog und eine deutliche Abkühlung im Land brachte. In den Alpen erwarteten Meteorologen gebietsweise weiter grosse Regenmengen. Besonders auf der Alpensüdseite seien am Freitag weitere kräftige Gewitter möglich, hiess es.

falu, sda