London beschränkt Werbung für Lebensmittel

dpa

24.6.2021 - 20:16

Eine Frau greift zu Kartoffelchips am Montag 18.Aug.2008 in Duesseldorf. Nach Acrylamid ist jetzt das weitaus gefaehrlichere Glycidamid in Kartoffelchips und Pommes Frites nachgewiesen worden. Es gilt als stark krebserregend, wie die Technische Universitaet Muenchen (TUM) am Montag mitteilte. Selbst geringste Mengen koennten Mutationen ausloesen. Allerdings gibt Toxikologe und Lebensmittelchemiker Matthias Baum von der Technischen Universitaet Kaiserslautern bereits Entwarnung: Die Substanz werde im Koerper in weitaus groesseren Mengen gebildet, als sie im Essen nachgewiesen wurde.(AP Photo/Frank Augstein) Potato chips are seen in Duesseldorf, Monday Aug.18,2008. (AP Photo/Frank Augstein)
Unter anderem für Kartoffenchips soll es künftig Beschränkungen bei Online- und TV-Werbung geben.
AP Photo/Frank Augstein/Keystone

Im Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern verschärft die britische Regierung die Regeln für TV- und Online-Werbung. Von 2023 an darf im Fernsehen zwischen 5.30 Uhr und 21.00 Uhr nicht mehr für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt geworben werden und Unternehmen dürfen keine bezahlte Online-Werbung mehr schalten, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Betroffen sind unter anderem Produkte wie Schokolade, Softdrinks, Eis, Kekse, Chips und Pizza.

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24.6.2021 - 20:16

«Diese Beschränkungen werden dazu beitragen, Kinder vor der Entwicklung langfristig ungesunder Essgewohnheiten zu schützen und die Gesundheit des Landes zu verbessern», betonte das Ministerium. Allerdings gibt es Ausnahmen. So gelten die Regeln für einzelne Produkte und nicht für ganze Produktlinien und nicht für Hersteller mit weniger als 250 Beschäftigten. Ausserdem werden auch als gesund geltende Lebensmittel und Getränke, die etwa zu hohe Zuckergehalte aufweisen, ausgenommen, so kann etwa weiterhin für Honig, Olivenöl, Avocados und den beliebten Brotaufstrich Marmite geworben werden.



Das Werbeverbot könnte dazu führen, dass 7,2 Milliarden Kalorien von den Speiseplänen der Kinder entfernt werden, betonte das Ministerium. Damit könnte die Zahl fettleibiger Kinder in den kommenden Jahr um mehr als 20'000 reduziert werden. Schätzungen zufolge ist ein Drittel aller Kinder, die in Grossbritannien die Grundschule beenden, übergewichtig oder fettleibig. Premierminister Boris Johnson, der selbst einige Kilo zu viel auf den Rippen hat, hat den Kampf gegen Adipositas zur Chefsache gemacht, auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. «Abnehmen ist eine der Möglichkeiten, das Corona-Risiko zu verringern», hatte Johnson gesagt.

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