Kaschmirziegen werden in Wales zur Landplage

uri

18.3.2021

Im letzten Jahr wurden wilde Kaschmirziegen in Wales berühmt, weil sie das kleine Seebad Llandudno während des geltenden Lockdowns in Beschlag nahmen. Bald sind die Tiere womöglich noch einen Schritt weiter. 

uri

18.3.2021

Im April letzten Jahres machten Kaschmirziegen von sich reden, die die Gunst der Stunde nutzten und während des geringen Verkehrsaufkommens im Lockdown das walisische Seebad Llandudno für sich eroberten. Zumeist männliche Tiere verliessen damals die nordwestlich des Orts gelegene Anhöhe Great Orme und erkundeten regelmässig den Stadtkern.

Bei einigen Einwohnern erwarben sich die Ziegen dabei den Ruf, echte «Vandalen» zu sein. Schliesslich mussten frisch gepflanzte Bäume, Hecken und Beete bei den Erkundungstouren regelmässig Federn lassen.

Wie es scheint, wird die Corona-Pandemie den Einwohnern Llandudnos künftig noch mehr Begegnungen mit den Kaschmirziegen bescheren, die angeblich alle von einem Paar abstammen, das Queen Victoria (1819 – 1901) einem örtlichen Adligen zum Geschenk machte.

Die übliche Empfängnisverhütung fiel aus

Wie verschiedene britische Medien berichten, ist die Ziegen-Population im Zuge der Corona-Pandemie geradezu am explodieren. Aufgrund der geltenden Restriktionen konnte den Weibchen nämlich nicht die übliche Hormonspritze zur Empfängnisverhütung verabreicht werden.

«Das bedeutet, dass nun mehr Junge auf dem Great Orme geboren werden als normalerweise», erklärte Sally Pidcock vom Great Orme Country Park dem «Guardian». Pidcock schätzt, dass es derzeit rund 30 Ziegenböcke gibt, die neugierig weitere Trips unternehmen. Auf dem Great Orme würden sich dagegen noch ungefähr 150 weniger abenteuerlustige Männchen, Weibchen und Jungtiere aufhalten.

Sie werden immer mutiger

Die Ziegenböcke seien im Lockdown zudem sehr mutig geworden, weil sich weniger Menschen im Ort aufgehalten hätten, meint Pidcock. Inzwischen treffe man einige Exemplare sogar auf der anderen Seite der Stadt an.

Sie hoffe aber, dass die Ziegen wieder zurück auf ihren kleinen Berg gingen, sobald es wärmer würde und  – vorausgesetzt, es gibt keine Lockdowns – dann auch nicht mehr zurückkommen.

Derzeit befürchtet man in Llandudno allerdings, dass die Tiere häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt werden könnten. «Wir bitten Fahrzeuglenker deshalb nach ihnen Ausschau zu halten», sagt Pidcock.

Wie der Fernsehsender BBC berichtet, bauen Pidcock und ihr Team darauf, die Verhütungskampagne später im Jahr wieder aufnehmen zu können – wenn die Corona-Lage das zulässt.