Corona-Übersicht

2000 bei Corona-Demo in Bern +++ Virologe Drosten warnt vor neuen Varianten

phi/twei

22.1.2022

phi/twei

22.1.2022

Der deutsche Virologe Christian Drosten warnt davor, die Omikron-Mutante auf die leichte Schulter zu nehmen. «Es gibt keine Zwangsläufigkeit, dass so ein Virus milder wird», sagte der Virologe dem «Deutschlandfunk». «Wir ahnen, dass das Omikron-Virus einen neuen Serotypen gründet.»vDurch solche Veränderungen könne das Virus «das Immunsystem austricksen», warnt Drosten. «Wir haben dadurch ein Virus, das einen Vorteil geniesst gegenüber den bis dato zirkulierenden Viren, gegenüber dem anderen Serotyp»

Über 2000 Gegner der Corona-Massnahmen haben sich am Samstagnachmittag in Bern zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Berichtet wurde von Drohungen gegenüber Menschen, die eine Schutzmaske trugen. Die Polizei stand mit Wasserwerfern bereit, schritt aber vorerst nicht ein. Durch die Kundgebung wurde der Tramverkehr in der Innenstadt behindert.

Grossbritannien beobachtet neue Corona-Variante

Laut einer Umfrage, die der «Blick» bei Schweizer Spitälern gestartet hat, liegen in den hiesigen Intensivbetten liegen vor allem Covid-Patienten, die sich mit der Delta-Mutante angesteckt haben. In den Zürcher Stadtspitälern Waid und Triemli gibt es demnach keine Omikron-Fälle auf den Intensivstationen. In Genf seien 2 von 19 entsprechenden Patienten mit Omikron infiziert. Auch das Berner Inselspital geht davon aus, «dass ein wesentlicher Anteil der Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation noch von der Delta-Variante betroffen ist».

Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron wird in Grossbritannien künftig aufmerksamer beobachtet. Die britische Gesundheitsbehörde stufte die Variante namens BA.2, eine spezielle Ausprägung der Omikron-Mutante, als «Variante unter Beobachtung» ein.

In Russland spitzt sich die Corona-Lage deutlich zu. Am Samstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages mit 57'200 einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Über 2000 Gegner der Corona-Massnahmen haben sich am Samstagnachmittag in Bern zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.
  • Christian Drosten hat davor gewarnt, die Omikron-Mutante auf die leichte Schulter zu nehmen. «Es gibt keine Zwangsläufigkeit, dass so ein Virus milder wird», sagte der Virologe dem «Deutschlandfunk».
  • Laut einer «Blick»-Umfrage liegen in den Intensivbetten der Schweizer Spitäler vor allem Covid-Patienten, die sich mit der Delta-Mutante angesteckt haben.
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  • 21.53 Uhr
    Wir beenden unseren Ticker am Samstag

  • 21.11 Uhr
    Tausende Schweden demonstrieren gegen Impfpasspflicht

    Tausende Menschen haben in Schweden gegen die Corona-Impfpasspflicht für bestimmte Veranstaltungen demonstriert. In der Hauptstadt Stockholm zogen am Samstag etwa 9000 Demonstranten zu dem zentralen Platz Sergels Torg und riefen «Nein zu den Impfpässen, Ja zur Freiheit». Die Kundgebung wurde von einer Gruppe organisiert, die sich selbst Freiheitsbewegung nennt. Einige Teilnehmer trugen Kennzeichen extremistischer Gruppen wie der Neo-Nazi-Gruppe NMR.

    Schwedens Sicherheitspolizei Sapo hatte vorab vor dem Aufmarsch von Neo-Nazis bei den Protesten gegen den Corona-Impfpass gewarnt. Einige der Demonstranten in Stockholm waren vermummt, ausserdem wurden rote Leuchtraketen gezündet.

    Nach Angaben der Polizei gab es aber keine gewaltsamen Zusammenstösse. Wegen der Proteste hatten am Samstag vorsorglich mehrere Corona-Impfzentren in Stockholm früher geschlossen. Eine weitere Demonstration der Impfpassgegner mit etwa 1500 Teilnehmern fand in Göteborg, der zweitgrössten Stadt des Landes, statt.

    Die Corona-Impfpasspflicht war am 1. Dezember in dem skandinavischen Land eingeführt worden. Seit dem 12. Januar müssen Teilnehmer von Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 50 Menschen eine vollständige Corona-Impfung nachweisen.

  • 20.06 Uhr
    Proteste gegen neuen Corona-Impfpass in Frankreich

    Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten des sogenannten Corona-Impfpasses haben in Frankreich hunderte Menschen gegen die Massnahme demonstriert. Allein in der Hauptstadt Paris fanden am Samstag vier Kundgebungen statt, an denen zahlreiche Anhänger des nationalistischen Präsidentschaftskandidaten Florian Philippot teilnahmen, darunter Eltern mit ihren Kindern. Viele Teilnehmer trugen keine Masken und hielten Schilder mit Aufschriften wie «Freiheit», «Wahrheit» und «Nein zur Apartheid» hoch.

    Einige Demonstranten schrien «Impfpass - totaler Widerstand!» Eine 44-jährige Demonstrantin namens Sophie und ihr 56-jähriger Partner sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie seien beide gegen Corona geimpft. Sie seien aber dagegen, dass auch ihre Tochter vom Staat zu der Impfung gedrängt werde. Eine Demonstrantin im südostfranzösischen Bordeaux sagte, auch Geimpfte könnten an Covid-19 erkranken. «Also, was soll das?», kommentierte sie den Corona-Impfpass.

    Demonstrator holds a 'Stop' sign in opposition to vaccine pass and vaccinations to protect against COVID-19 during a rally in Paris, France, Saturday, Jan. 22, 2022. (AP Photo/Rafael Yaghobzadeh)
    In Paris machten am Samstag hunderte Demonstranten ihrem Ärger über den neuen Corona-Impfpass Luft.
    Bild: AP Photo/Rafael Yaghobzadeh

    Der Impfpass soll von Montag an in Frankreich für Menschen über 16 Jahren gelten. Damit sind weite Bereiche des öffentlichen Lebens nur noch Geimpften und Genesenen zugänglich. Die Impfpass-Pflicht gilt in Restaurants und Bars, Freizeitstätten und in überregionalen öffentlichen Verkehrsmitteln. Weil die Opposition den Impfpass als einen zu weit gehenden Eingriff in die persönlichen Freiheiten der Bürger ablehnt, hat sie den Staatsrat angerufen, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

  • 19.05 Uhr
    Gestiegenes Interesse an FFP2-Masken im Detailhandel

    Die Inzidenz in der Schweiz steigt angesichts der hoch infektiösen Omikron-Variante seit Wochen an. Viele Schweizerinnen und Schweizer reagieren auf die erhöhte Gefahr, am Coronavirus zu erkranken, mit dem Tragen von FFP2-Masken. Das ergab eine Umfrage von «Blick» im Detailhandel.

    Bei Aldi nimmt man «in den letzten Wochen eine steigende Nachfrage» wahr. Gleiches gilt bei Lidl, wo eine Sprecherin bestätigte, «dass unsere Kundinnen und Kunden vermehrt gern zur FFP2-Maske greifen». Bei Coop sieht es ähnlich aus.

    Ein Mann oeffnet eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2, ohne sie auf der Innenseite zu beruehren, fotografiert am 21. Januar 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
    FFP2-Schutzmasken erfreuen sich in der Schweiz aktuell grosser Beliebtheit. (Symbolbild)
    Bild: Keystone/Christian Beutler
  • 17.40 Uhr
    Booster-Impfung bei 50 Prozent der Deutschen

    Die Hälfte der deutschen Bürgerinnen und Bürger ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mittlerweile geboostert. Mindestens 61 Millionen Menschen in Deutschland seien vollständig geimpft, mindestens 41,7 Millionen Menschen hätten zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten, teilte das RKI am Samstag mit. Das entspreche einem Anteil von 50,1 Prozent an der Gesamtbevölkerung.

    Am Freitag wurden demnach eine halbe Million (505'000) Impfdosen verabreicht. Der Anteil der zweimal Geimpften an der Gesamtbevölkerung entspricht laut RKI aktuell 73,3 Prozent.

    Experten sind sich einig: Nur die Impfung kann Omikron seinen Schrecken nehmen.
    Die Impfkampagne mit den Booster-Impfungen in Deutschland schreitet weiter voran. (Symbolbild)
    Bild: Nicolas Armer/dpa

    Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen hat gleichzeitig einen neuen Höchstwert erreicht. Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 772,7 an. 179 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden gezählt.

  • 16.34 Uhr
    Inselnation Samoa im Lockdown

    Nach der Ankunft einer Gruppe coronapositiver Reisender aus Australien ist die kleine Inselnation Samoa im Pazifik im Lockdown. Ministerpräsidentin Fiame Naomi Mata'afa ordnete am Samstag Ausgangsbeschränkungen und die Schliessung von Schulen und Restaurants für zumindest 48 Stunden an. Auch die Streichung weiterer Flüge aus Australien sei im Gespräch, sagte sie.

    15 von 73 Passagieren einer Maschine aus Brisbane wurden seit ihrer Ankunft am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet. Vor ihrer Abreise war bei allen Passagieren der Corona-Test negativ aufgefallen, wie örtliche Medien berichteten. Sie waren demnach auch alle vollständig geimpft.

    In Samoa mit seinen 200'000 Einwohnern hatte es bisher so gut wie gar keine Corona-Fälle gegeben. Der Gouverneur des angrenzenden US-Aussengebietes Amerikanisch-Samoa, Lemanu Palepoi Sialega «Peleti» Mauga, ordnete an, dass es für zumindest eine Woche keine Flüge nach und von Samoa geben sollte.

  • 15.48 Uhr
    Untervariante von Omikron in Grossbritannien 

    Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron wird in Grossbritannien künftig aufmerksamer beobachtet. Die britische Gesundheitsbehörde stufte die Variante namens BA.2, eine spezielle Ausprägung der Omikron-Mutante, als «Variante unter Beobachtung» ein. Üblicherweise werden Varianten, die gegebenenfalls irgendwann «besorgniserregende Varianten» genannt werden, zunächst beobachtet und weiter analysiert. Grund ist der Verdacht, dass BA.2 noch leichter übertragbar sein könnte als die Urform der Omikron-Variante, die auch BA.1 heisst.

    Bislang seien in Grossbritannien 426 Fälle von BA.2 bekannt, hiess es am Freitagabend von der Behörde. Erste Analysten legten die Vermutung nahe, dass die Untervariante noch leichter übertragbar sein könnte als BA.1 – aber es seien noch weitere Analysen notwendig. Unklar ist ausserdem, wo die Variante als erstes aufgetaucht sein könnte. Es seien auch Fälle aus Dänemark, Indien, Schweden und Singapur bekannt – der Grossteil davon in Dänemark mit mehr als 6400 Fällen.

  • 14.55 Uhr
    Über 2000 Demonstranten bei Corona-Protesten in Bern

    Über 2000 Gegner der Corona-Massnahmen haben sich am Samstagnachmittag in Bern zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

    Die Kundgebungsteilnehmenden sind nach 14 Uhr mit «Liberté»-Rufen und mit Schweizerfahnen vom Bahnhofplatz losmarschiert. Trychler waren keine vor Ort. Auf dem Bundesplatz versammelten sich nach Schätzungen einer Reporterin von Keystone-SDA über 2000 Menschen.

    Berichtet wurde auch von Drohungen gegenüber Menschen, die eine Schutzmaske trugen. Die Polizei stand mit Wasserwerfern bereit, schritt aber vorerst nicht ein. Durch die Kundgebung wurde der Tramverkehr in der Innenstadt behindert.

    Protest gegen Corona-Massnahmen am Samstag in der Kramgasse in der Berner Altstadt.
    Protest gegen Corona-Massnahmen am Samstag in der Kramgasse in der Berner Altstadt.
    KEYSTONE/ANTHONY ANEX
  • 13.25 Uhr
    Drosten warnt vor neuen Varianten

    Christian Drosten warnt davor, die Omikron-Mutante auf die leichte Schulter zu nehmen. «Es gibt keine Zwangsläufigkeit, dass so ein Virus milder wird», sagte der Virologe dem «Deutschlandfunk». «Wir ahnen, dass das Omikron-Virus einen neuen Serotypen gründet.»

    Durch solche Veränderungen könne das Virus «das Immunsystem austricksen», warnt Drosten. «Wir haben dadurch ein Virus, das einen Vorteil geniesst gegenüber den bis dato zirkulierenden Viren, gegenüber dem anderen Serotyp. Die Bevölkerungsimmunität ist aufgebaut worden gegen den ersten Serotyp, jetzt kommt ein anderer Serotyp, der kann sich nun in dieser Bevölkerung besser verbreiten.»

    ARCHIV - 22.01.2021, Berlin: Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie der Charité Berlin, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage um die Corona Pandemie teil. (zu dpa
    Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie der Charité Berlin, widerspricht quasi Christoph Blocher, der die Pandemie für beendet erklärt hat.
    KEYSTONE

    Er könne sich durchaus vorstellen, dass die Seuche auch wieder gefährlichere Varianten ausbildet, so der Arzt der Berliner Charité. «Es ist möglich, dass sich Genome zusammentun. Man könnte sich vorstellen, dass zum Beispiel ein Virus entsteht, da sprechen wir dann von einer rekombinanten Viruslinie, die zum Beispiel das Spike-Protein vom Omikron-Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu geniessen, aber den Rest des Genoms vom Delta-Virus hat.»

    Doch auch Omikron alleine sei potenter als viele glauben. Das Virus «ist ständig in Bewegung genetisch, im Spike-Protein, aber auch an anderen Stellen des Virus ändern sich Dinge». Genauere Vorhersagen könne man aber nicht machen. «Bei der Evolution ist das ganz schwierig, das vorauszusagen.»

  • 12.10 Uhr
    63 neue Fälle in China – Xi'an-Lockdown gelockert

    Die ersten Flüge innerhalb eines Monats in der chinesischen Metropole Xi'an im Westen des Landes sind am Samstag gestartet. Zuvor hatte die Regierung Reisebeschränkungen erleichtert, die nach einem Corona-Ausbruch in der Stadt vor den Olympischen Winterspielen, die im kommenden Monat in Peking beginnen, erlassen worden waren. Nach Angaben auf der Website des Internationalen Flughafens Xianyang der Stadt hoben sieben Flugzeuge ab. Vier Flüge wurden demnach am Samstag zur Landung erwartet.

    Die Stadt mit 13 Millionen Einwohnern etwa 1000 Kilometer südwestlich von Peking war am 22. Dezember abgeriegelt worden. Vorangegangen war ein Corona-Ausbruch, den die Behörden auf die Delta-Variante des Virus zurückführten. Die Kommunistische Partei verfolgt in der Pandemie eine Null-Toleranz-Strategie, die darauf abzielt, dass jede infizierte Person entdeckt und isoliert wird.

    In this photo released by Xinhua News Agency, residents line up for COVID-19 tests at a mobile testing site in Xincheng District of Xi'an, in northwestern China's Shaanxi Province, Jan. 2, 2022. Xi'an, an ancient capital with 13 million people is under the strictest lockdown of a major Chinese city since Wuhan was shut early last year at the start of the pandemic. (Tao Ming/Xinhua via AP)
    Massentest werdem^n Anfang Januar in Xi'an durchgeführt.
    KEYSTONE

    Flugpassagiere, die Xi'an verlassen wollen, müssen einen negativen Corona-Test vorzeigen, der nicht älter als 48 Stunden ist, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Menschen aus Gegenden, die als Hochrisikogebiete für eine Infektion gelten stammen, durften den Flughafen dem Bericht zufolge nicht betreten. Die Behörden erklärten, Beschränkungen für Niedrigrisikogebiete in Xi'an seien am 16. Januar teilweise aufgehoben worden.

    Landesweit verzeichneten die chinesischen Behörden bis Mitternacht am Freitag 63 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Darin enthalten waren zehn Infektionsfälle in Peking sowie sechs in der benachbarten Stadt Tianjin. Xi'an hat seit dem 9. Dezember 2053 Ansteckungen registriert – am Freitag kamen keine neuen Fälle dazu. China hat in der Pandemie bislang 4636 Corona-Todesfälle sowie 105'547 Ansteckungen verzeichnet.

  • 11.30 Uhr
    Negativrekord in Polen

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat am zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 40'876 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 193 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

    epa09698419 Drivers line up in their cars at the entrance of a drive-thru COVID-19 testing lab in Lodz, central Poland, 20 January 2022. Poland recorded 32,835 new confirmed coronavirus cases and 315 deaths over the past 24 hours on 20 January morning, data released by the Health Ministry shows. EPA/GRZEGORZ MICHALOWSKI POLAND OUT
    Lnker stehen für Covid-Tests Schlange: Ein Bild aus Lodz vom 20 Januar.
    KEYSTONE

    In der vergangenen Woche war es im Streit um die Corona-Politik zu einem Eklat im medizinischen Beratergremium von Polens Regierung gekommen. Aus Protest gegen den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern hatten 13 von 17 Mitgliedern den Medizinischen Rat verlassen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kündigte am Freitag an, der Rat soll nun umgebildet werden. Künftig sollen ihm nicht nur Mediziner angehören.

    Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung schon länger vor, angesichts einer vergleichsweise geringen Impfquote drastische Massnahmen zu vermeiden, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. So fehlt beispielsweise weiterhin eine rechtliche Grundlage dafür, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (also auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

  • 10.50 Uhr
    Mehr als 50'000 Neuinfektionen in Russland

    In Russland spitzt sich die Corona-Lage deutlich zu. Am Samstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages mit 57'200 einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Das geht aus der Statistik der Regierung hervor. Seit Tagen steigt dieser Wert rasant nach einer Entspannung um den Jahreswechsel in dem flächenmässig grössten Land der Erde.

    Grund ist die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus, die der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in mittlerweile 64 Regionen Russlands nachgewiesen wurde. Sie mache inzwischen 48 Prozent aller Infektionen aus, die Delta-Variante 52 Prozent.

    A controller, left, checks of observance of the mask regime in public transport in Moscow, Russia, Friday, Jan. 21, 2022. Daily new coronavirus infections in Russia have reached an all-time high and authorities are blaming the highly contagious omicron variant, which they expect to soon dominate the country's outbreak. Record numbers of new cases were reported  in Moscow and in St. Petersburg, where health officials on Friday limited elective outpatient care. (Sophia Sandurskaya/Moscow News Agency photo via AP)
    Öffentlicher Nahverkehr in Moskau am 21. Januar: Ein Kondukteur überprüft eine Frau.
    KEYSTONE

    Besonders betroffen ist Europas grösste Metropole Moskau mit am Samstag gemeldeten 16'000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Behörden stockten bereits die Zahl der Krankenhaus-Betten auf. Grössere Einschränkungen gibt es allerdings nicht. In Moskau sind bereits einzelne Schulen wieder auf Fernunterricht umgestiegen. Auch die Regierung soll ins Homeoffice wechseln.

    Nach wie vor gering ist die Impfquote in Russland. Erst 53 Prozent der 146 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Das Land verfügt über mehrere eigene Vakzine. Allerdings ist die Skepsis gegenüber den russischen Impfstoffen verbreitet. Seit Ausbruch der Pandemie gab es laut Statistik insgesamt schon mehr als elf Millionen Infektionen. Nach Rekord-Todeszahlen von mehr als 1000 Fällen pro Tag im Herbst ist dieser Wert nun deutlich gesunken: Am Samstag wurden 681 Corona-Tote gemeldet.

  • 10.25 Uhr
    Kaum Omikron-Patienten auf den Intensivstationen

    Omikron ist einerseits ansteckender als die vorherigen Varianten, aber Omikron macht auch weniger krank. Das zeigt sich nun in einer Umfrage, die der «Blick» bei Schweizer Spitälern gestartet hat. Das Ergebnis: In hiesigen Intensivbetten liegen vor allem Covid-Patienten, die sich mit der Delta-Mutante angesteckt haben.

    Aerzte und Pflegepersonal wechseln die Lungenersatz-Maschine (ECMO - extrakorporale Membranoxygenierung) eines Covid-Patienten auf der Covid-19-Intensivstation des Stadtspitals Zuerich, fotografiert am Mittwoch, 15. Dezember 2021, in Zuerich. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen am Mittwoch, 15. Dezember 2021, befanden sich fuenf Patienten*innen auf der IPS des Stadtspitals Triemli. Vier Patient*innen wurden kuenstlich beatmet; drei der vier mit einer ECMO-Maschine. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
    Covid-Patientin auf der Covid-19-Intensivstation des Stadtspitals Zürich.
    Archivbild: KEYSTONE

    In den Zürcher Stadtspitälern Waid und Triemli gibt es demnach keine Omikron-Fälle auf den Intensivstationen. In Genf seien 2 von 19 entsprechenden Patienten mit Omikron infiziert, in St Gallen habe von 8 Intensiv-Patienten «vermutlich» keiner Oimkron. Auch das Berner Inselspital geht davon aus, «dass ein wesentlicher Anteil der Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation noch von der Delta-Variante betroffen ist».

  • 10 Uhr
    Die Pandemie ist vorbei – sagt Blocher

    Er ist 81 Jahre alt, aber immer noch dafür gut, sich weiterzuentwickeln: Christoph Blocher ist unter die Corona-Experten gegangen. Man dürfe nicht bei jedem Husten gleich nervös werden, sagte die SVP-Grösse beim Treffen seiner Partei auf dem Albisgüetli in Zürich. «Covid ist vorbei», verkündete der Schaffhausener gleich zu Beginn seiner Rede, bevor er auf andere Themen zu sprechen kann. Die Partei quittierte es mit grossem Jubel, weiss der «Tages-Anzeiger».

  • 9.30 Uhr
    Omikron-Welle verzögert Zustellung von Zeitungen

    Mehrere grosse Schweizer Zeitungen rechnen ab Montag gemäss eigenen Angaben vorübergehend mit einer teils verspäteten Zustellung. Grund sei die Omikron-Welle, die bei der Frühzustellung zu zahlreichen Personalausfällen geführt habe. Mit möglichen Verspätungen rechneten etwa die «Neue Zürcher Zeitung», der «Blick» und der «Tages-Anzeiger», wie die Blätter am Samstag in ihren Ausgaben festhielten.

    Schweizer Tageszeitungen in einem Zeitschriftenhalter, am Mittwoch, 5. Januar 2022, im Medienzentrum des Bundeshauses in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Leser Schweizer Tageszeitungen müssen sich derzeit gedulden.
    KEYSTONE

    Betroffen von den Krankheitsfällen sind demnach Verträgerinnen und Verträger der Post-Tochter Presto Presse-Vertriebs AG. Diese ist für die Zustellung der grossen Zeitungen der Schweiz verantwortlich und beschäftigt über 6500 Frühzustellerinnen und -zusteller. Der «Tages-Anzeiger» schrieb von vereinzelt verspäteten Lieferungen von zwei bis drei Stunden. Der CH-Media-Verlag schätzte, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Haushalte in allen belieferten Regionen betroffen sein könnten.

    In der Schweiz grassierte zuletzt die fünfte Viruswelle der Pandemie mit der hochansteckenden Omikron-Variante. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Freitag fast 38'000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages. Knapp 105'000 Menschen befanden sich in Isolation, zusätzlich gut 58'000 Personen waren offiziellen Angaben zufolge in Quarantäne.