Kurioses Londoner 7-Quadratmeter-Wohnung für 50'000 Pfund angeboten

dpa

19.2.2022 - 19:35

Nicht nur am Piccadilly Circus, in ganz London sind die Immobilienpreise in ungeahnten Höhen.
Nicht nur am Piccadilly Circus, in ganz London sind die Immobilienpreise in ungeahnten Höhen.
Bild: Alberto Pezzali/AP/dpa

Der Immobilienwahnsinn in London kennt keine Grenzen mehr: Eine Wohnung in Englands Hauptstadt soll nun mindestens 50'000 Pfund einbringen. Dabei hat die Unterkunft nur sieben Quadratmeter.

19.2.2022 - 19:35

In London soll eine sieben Quadratmeter grosse Wohnung zum Startpreis von 50'000 Pfund (gut 62'000 Franken) versteigert werden. Es wird jedoch damit gerechnet, dass das Ein-Zimmer-Apartment für eine deutlich höhere Summe unter den Hammer kommt, da die Wohnung 2017 bereits für 103'500 Pfund (knapp 130'000 Franken) gekauft wurde, wie der «Guardian» in dieser Woche berichtete.

Die Mikro-Wohnung beinhaltet gerade einmal Platz für ein Bett mit etwas Stauraum darunter, eine Mikrowelle, einen ausklappbaren Tisch, Toilette und Dusche. Für Besuch, ausgiebiges Kochen oder Hobbys bleibt kein Platz.

Aktuell wird die kürzlich renovierte Wohnung im Ost-Londoner Stadtteil Lower Clapton von einer Pendlerin nur ein, zwei Tage in der Woche genutzt, wofür diese dem Bericht zufolge rund 800 Pfund (rund 1130 Franken) Miete im Monat zahlen muss.

Die Verkäufer gehen davon aus, dass es sich um die kleinste Wohnung auf dem umkämpften Markt der britischen Hauptstadt handelt. Julia Rugg, eine Expertin für das Thema Wohnen von der Universität York, bezeichnete im «Guardian» das Angebot als Symbol für eine «besorgniserregende Entwicklung». Mikro-Wohnungen dürften nicht als Ausweg aus der Wohnungskrise gesehen werden, da sie kein nachhaltiger Ort zum Leben seien. So sei man dort etwa verstärkt auf Wegwerfprodukte angewiesen, da eine Küchenausstattung fehle.

dpa