Grossbritannien

Londoner Polizeigewerkschaft: Kein Vertrauen in Bürgermeister Khan

SDA

14.2.2022 - 16:42

ARCHIV - Cressida Dick (l), damals Polizeipräsidentin von London, und Sadiq Khan, Bürgermeister von London, nehmen an einer Pressekonferenz an der London Bridge teil. Foto: Alastair Grant/AP/dpa
Keystone

Nach dem unfreiwilligen Rücktritt von Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick hat die Polizeigewerkschaft in London Bürgermeister Sadiq Khan schwere Vorwürfe gemacht.

SDA

14.2.2022 - 16:42

«Wir sind tief enttäuscht vom Verhalten des Bürgermeisters», hiess es am Montag in einem online veröffentlichten Statement der Metropolitan Police Federation. Das Vertrauen sei weg.

Khan hatte in der vergangenen Woche der bisherigen Chefin Dick sein Vertrauen entzogen, woraufhin diese sich zum Rücktritt gezwungen sah. Der Labour-Politiker hatte schon vorher Zweifel daran geäussert, dass die 61-Jährige den notwendigen Kulturwandel in der Polizeieinheit auf die richtige Weise angehe.

Die Metropolitan Police ist in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten – unter anderem aufgrund von diskriminierendem oder frauenfeindlichem Verhalten einiger Polizisten oder wegen des harschen Umgangs mit Demonstrantinnen und Demonstranten. Ein Tiefpunkt war im vergangenen Jahr der Mord an einer jungen Frau, die von einem Polizisten getötet wurde.

Von einem Tiefpunkt schrieb auch Ken Marsh, der Vorsitzende der Metropolitan Police Federation, die nach eigenen Angaben mehr als 31 000 Polizisten in der britischen Hauptstadt repräsentiert. Die Stimmung in der Polizei sei «furchtbar». Die Polizisten hätten das Gefühl, ihre harte Arbeit werde von Politikern unterminiert und das Vertrauen der Bevölkerung dadurch zusätzlich geschwächt. Man sei traurig und verärgert darüber, wie Dick aus dem Amt gedrängt worden sei. «Sie hat Reformen eingeleitet. Sie hat sich verändert. Die Kultur hat sich verändert.»

Bislang ist unklar, wer Dick auf dem wichtigen Posten nachfolgen wird. Das Verhältnis zwischen der Stadtverwaltung und der grössten britischen Polizeieinheit dürfte nach der Vorgeschichte jedoch in jedem Fall weiter belastet bleiben.

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