Lavastrom begräbt auf La Palma ein Haus nach dem anderen

DPA/uri

22.9.2021 - 11:19

Vulkan bei Nacht

Vulkan bei Nacht

Beeindruckende Bilder vom Vulkanausbruch auf La Palma. In der Nacht zu Mittwoch konnte man die gewaltige Kraft der Eruptionen besonders gut beobachten. Doch in diesem faszinierenden Naturschauspiel liegt leider auch eine zerstörerische Kraft. Denn rund 150 Häuser wurden durch den Vulkanausbruch auf der Kanaren-Insel bereits zerstört.

22.09.2021

Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma wird für viele Einwohner zur Tragödie. Sie wissen, dass ihre Häuser verloren sind und versuchen noch wichtige Teile des Hausrats vor dem Lavastrom zu retten.

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22.9.2021 - 11:19

Auf der Vulkaninsel La Palma begräbt die um die 1000 Grad heisse Lava auf ihrem Weg zum Meer ein Haus nach dem anderen. Die betroffenen Bewohner versuchten auch am Mittwoch weiter verzweifelt, die wichtigsten Teile ihres Hausrats zu retten, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

In dem Ort Todoque wurden Erinnerungsstücke, Kleidung, Möbel, Fahrräder, Matratzen und vieles andere, was nicht niet- und nagelfest war, auf Lastwagen verladen. Darauf sassen weinende Menschen, die ihre Häuser für immer verlassen mussten. «Das wichtigste sind Dokumente zum Eigentum, denn danach werden sie uns später fragen, wenn hier nichts mehr ist», sagte ein Anwohner. Verletzte gab es weiter nicht.

Mindestens 200 Wohnhäuser komplett zerstört

Der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel, der am Sonntag erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen war, gewährte den Menschen aber zumindest eine kleine Schonfrist, denn die Lavaströme schoben sich immer langsamer voran. Wälzte sich die mehrere Meter hohe Lavamasse anfangs noch mit 700 Metern pro Stunde bergab Richtung Meer, waren es am Mittwoch nur noch 200 Meter. Bisher wurden mindestens 200 Wohnhäuser komplett zerstört, viele andere schwer beschädigt.

Ein eruptiver Schlund stösst Lava und Pyroklastika in der Gegend von Cabeza de Vaca auf La Palma aus.
Bild: dpa

Die Schäden bezifferte Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres einschliesslich zerstörter Pflanzungen und Infrastruktur mit «sicher mehr als 400 Millionen Euro».

Behörden rechnen mit giftigen Dämpfen

Wann die Lava die Küste erreichen würde, war weiter unklar. Die Behörden rechnen dann mit giftigen Dämpfen, die beim Kontakt der Lava mit dem salzigen Meerwasser entstehen. Ein Wind aus Nordost trieb Rauch und Asche jedoch auf den Atlantik hinaus, wo aber die kleinere, 75 Kilometer entfernte Insel El Hierro mit rund 11'000 Einwohnern liegt.

La Palma liegt ganz im Nordwesten der Kanaren, einer Inselgruppe vulkanischen Ursprungs im Atlantik vor der Westküste Afrikas. Sie ist 85 Kilometer von der nächstgelegenen grösseren und auch bei Touristen sehr beliebten Insel Teneriffa und 57 Kilometer von La Gomera entfernt. Massentourismus wie auf den bekannteren Kanareninseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote gibt es auf La Palma nicht.

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