Schneeballsystem

Mutmasslicher Betrüger soll illegale Schenkkreise betrieben haben

tsha

4.11.2019

Nach einem Polizeieinsatz wegen einer Schlägerei flog das mutmassliche Schneeballsystem von Werner W. auf.
Bild: Keystone

Werner W. soll mehrere illegale Schenkkreise betrieben haben. Eines seiner Opfer: «Güggeli-König» Hans Imholz.

Hans Imholz, Besitzer der «Pouletburg» in Attinghausen UR, ist schweizweit als «Güggeli-König» bekannt. Doch das, was dem heute 59-Jährigen vor zwei Jahren zustiess, ist alles andere als königlich: Imholz wurde Opfer einer fiesen Betrugsmasche. Zusammen mit mehreren anderen Geschädigten fiel er auf den mutmasslichen Betrüger Werner W. herein, der laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft insgesamt 19 Schenkkreises betrieben haben soll. Das berichtet «Blick».

Aufgeflogen war W. im August 2017, als sich der Beschuldigte und «Güggeli-König» Imholz wegen ausstehender Gelder prügelten und so einen Polizeieinsatz auslösten.

W.s Geschäftsmodell klang so einfach wie lukrativ: Wer 15'000 Franken einzahle und andere Mitglieder anwerbe, der bekomme am Ende 120'000 Franken ausgezahlt. «Personen-Finanzierungsprojekt» nannte W. dieses Schneeballsystem, das freilich nicht aufging. Denn es konnte nur funktionieren, wenn immer neue Mitglieder angeworben werden, was offensichtlich aber nicht geschah. Das System brach zusammen.

«Von Reue fehlte jede Spur»

Für die ermittelnde Staatsanwaltschaft steht fest, dass es sich bei W.s Geschäftsmodell um «ein reines Geldumlageverfahren – ohne Verkauf von Waren oder Dienstleistungen» gehandelt habe. W. selbst soll sich dabei bereichert haben – mehr als eine Million Franken habe er zwischen 2008 und 2017 erwirtschaftet. W. sei «Ansprechperson» gewesen und habe Mitglieder angeworben oder sich diese vermitteln lassen, so die Staatsanwaltschaft.

Dabei ging er offenbar so geschickt vor, dass vielen seiner Opfer nicht bewusst war, dass sie an einem illegalen Schenkkreis teilnahmen. So soll W. stets abgestritten haben, dass es sich bei seinem Modell um ein Schneeballsystem gehandelt habe. Vielmehr operiere man in einer «rechtlichen Grauzone», so der selbstständige Finanzberater.

Wie viele Menschen Opfer von W.s mutmasslichen Tätigkeiten wurden, ist nicht bekannt. Beim nun anstehenden Prozess treten aber zwölf Privatkläger auf, darunter «Güggeli-König» Hans Imholz. «W. zeigte sich uneinsichtig, von Reue fehlte jede Spur», so Imholz gegenüber «Blick». «Ich hoffe, dass er seine gerechte Strafe erhält.»

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