Majestätsbeleidigung

Krawalle in Spanien nach Festnahme von Rapper Hasél

dpa/phi

17.2.2021 - 11:31

Tausende sind in Spanien auf die Strasse gegangen, um ihre Solidarität mit dem Rapper Pablo Hasél auszudrücken: Der soll wegen Beleidigung der Monarchie und Gewalt-Verherrlichung ins Gefängnis.

Tausende Menschen haben in mehreren Städten Spaniens gegen die Festnahme des Rappers Pablo Hasél wegen Beleidigung der Monarchie protestiert.

Bei den Kundgebungen kam es am Dienstagabend unter anderem in Barcelona, Valencia, Palma de Mallorca und Girona zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona setzten die Protestler – nach Medienschätzungen rund 2000 – unter anderem Müllcontainer in Brand.

Sie errichteten Strassenbarrikaden und bewarfen die Beamten mit Steinen, Flaschen und Böllern und skandierten Slogans wie «Freiheit für Pablo Hasél» oder «Tod dem spanischen Regime». Eine junge Demonstrantin sei an einem Auge schwer verletzt worden, berichtete die Zeitung «La Vanguardia».

Friedliche Demonstranten unterstützen Hasél am 16. Februar in Barcelona, ... 
Friedliche Demonstranten unterstützen Hasél am 16. Februar in Barcelona, ... 
KEYSTONE

Am Dienstagmorgen hatte die Polizei den wegen Beleidigung der Monarchie und Verherrlichung von Gewalt zu einer Haftstrafe verurteilten Rapper festgenommen. Hasél hatte sich in der Universität der katalanischen Stadt Lleida verbarrikadiert.

Dutzende Festnahmen

Der 32-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Pablo Rivadulla Duró heisst, hatte es abgelehnt, die Haftstrafe freiwillig anzutreten. Dutzende Studenten, die die Festnahme zu verhindern suchten, wurden von der Polizei abgeführt.

... aber es gab auch gewaltsamen Protest in der Metropole.
... aber es gab auch gewaltsamen Protest in der Metropole.
KEYSTONE

Ein Gericht hatte den in Spanien für seine teils radikalen Texte bekannten Musiker wegen Beleidigung des Königshauses und der Verherrlichung von Gewalt in seinen Texten zu neun Monaten verurteilt. Hasél hatte den Alt-König Juan Carlos I., der sich nach Korruptionsvorwürfen und angesichts von Justizermittlungen nach Abu Dhabi abgesetzt hat, unter anderem einen «Dieb» genannt und Gewaltfantasien gegen konservative Politiker in seine Texte eingebaut.

Er selbst sieht das durch die Meinungsfreiheit gedeckt.nDie Verurteilung zu einer Haftstrafe ist in Spanien umstritten. Die linke Regierung in Madrid will die Gesetze so ändern, dass jemand wie Hasél nicht mehr zu einer Haftstrafe verurteilt werden kann. Für den Rapper kommt diese Initiative allerdings zu spät.

Zurück zur Startseite

dpa/phi