Schweizer IS-Terrorist plante Anschlag in Deutschland

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18.10.2018

Thomas C. wuchs in Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf. Er soll sich 2013 dem IS angeschlossen haben. Der Schweizer soll den Kriegsnamen «Abu Mussab al-Almani» getragen haben.
Keystone

Der IS-Terrorist Thomas C. plante einen grossen Anschlag auf ein Musikfestival in Deutschland – und versteckte sich jahrelang erfolgreich vor den Behörden. Doch nun konnte der Schweizer als Drahtzieher identifiziert werden.

Der Schweizer Thomas C. soll als hochrangiger Funktionär der Terrororganisation «Islamischen Staat» (IS) hinter einem Anschlagsplan in Deutschland stecken. Die Sicherheitsbehörden durchkreuzten nun dessen Aktivitiäten in einer mehr als einjährigen Operation. Über Monate hätten der deutsche Auslandsgeheimdienst BND und die CIA versucht, den Terroristen mit dem Kriegsnamen «Abu Mussab al-Almani» zu identifizieren, berichtet die «Zeit».

Der Name sei immer wieder im Zusammenhang mit Anschlagsplänen aufgetaucht, ihn umgebe eine «Aura des Klandestinen». Die Geheimdienste wussten lange Zeit nur wenig über Abu Mussab, aber sie gingen von einem deutschen Staatsbürger aus. Sie stiessen aber auf den Schweizer Konvertiten Thomas C., ein gross gewachsener, blonder, blauäugiger Schweizer, 1987 geboren, in Deutschland, Frankreich und der Schweiz aufgewachsen und fliessend Arabisch sprechend, wie die «Zeit» weiter berichtet.

Bis 2013 lebte er in Frankfurt am Main, ehe er sich als einer der ersten Freiwilligen dem IS in Syrien anschloss. Dort soll Thomas C. Karriere gemacht haben und zum ranghöchsten Funktionär aus dem deutschsprachigen Raum im IS aufgestiegen sein. Die Behörden schreiben ihm eine führende Rolle in der Abteilung External Operations des IS zu, jener Unterorganisation, die für Anschläge im Ausland zuständig war und etwa die Attentate von Paris ausführen liess.

Bundesanwaltschaft eröffnete 2017 ein Verfahren

Die Mutter des Terroristen, die zeitweise in Deutschland lebte, erhielt eines Tages einen Anruf aus Syrien, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Man habe ihr gesagt, ihr Sohn sei schwer verwundet worden. Er müsse in ein türkisches Krankenhaus gebracht werden, und sie solle bitte etwa 46'000 Franken für die Behandlung überweisen.

Daraufhin informierte die Frau laut dem Bericht das Schweizer Generalkonsulat in Frankfurt. Spätestens seit damals seien auch die Schweizer Behörden im Bild gewesen, heisst es. 2017 soll die Bundesanwaltschaft ein Verfahren eröffnet haben.

Laut der «Zeit» soll Thomas C. alias «Abu Mussab» im Herbst 2017 im Alter von 32 Jahren in Syrien ums Leben gekommen sein. Doch dies ist nicht bestätigt.

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