Schweizer Unternehmen lassen  sich Lobbying in Brüssel viel kosten

om, sda

28.2.2021 - 15:36

In this Monday, May 9, 2011 photo, EU flags fly at the European Commission headquarters in Brussels. . The European Union has won the Nobel Peace Prize, it has been announced on Friday, Oct. 12, 2012. (AP Photo/Yves Logghe)
Lobbying ist nicht billig: Schweizer Firmen greifen tief in die Tasche, um bei der EU für ihre Interessen zu werben. (Symbolbild)
AP Photo/Yves Logghe

Um ihre Interessen durchzusetzen, greifen Schweizer Unternehmen in Brüssel tief in die Tasche. Für ihre Lobbyarbeit bei der EU geben sie bis zu 60 Millionen Euro pro Jahr aus.

Schweizer Unternehmen, Verbände und Organisationen lassen sich das Lobbying bei der EU jährlich zwischen 46 und 60 Millionen Euro kosten. An der Spitze steht die Chemie mit über sieben Millionen Euro. Auf den folgenden Plätzen liegen die Pharmaindustrie und die Banken.

Das zeigt eine am Sonntag veröffentlichte erstmalige Untersuchung von Lobbywatch. Grund für den emsigen Einsatz der Lobbyisten bei der EU-Kommission in Brüssel seien die Folgen der EU-Gesetzgebung etwa bei Pestiziden, Nahrungsmittelsicherheit oder Bankenregulierung für Akteure im Nicht-EU-Land Schweiz.



Hinter den Banken liegen die Organisationen aus dem Umweltbereich bei den Lobby-Ausgaben auf Platz vier. Rang fünf belegt die Industrie, und auf dem sechsten Platz findet sich die Medizinbranche. Das Schweizer Einzelunternehmen, das am meisten für die Interessenvertretung in Brüssel ausgibt, ist der Pharmakonzern Novartis.

Lobbywatch nahm die Auswertung aufgrund eines Registers der EU vor. Für die Organisation zeigt das Register, dass mehr Transparenz bei den Interessenbindungen auch in der Schweiz nötig wäre. Das eidgenössische Parlament lehnte ein Lobbyregister aber ab.

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