So kommst du durch die graue Jahreszeit

uri

4.11.2021

Wem die dunkle Jahreszeit aufs Gemüt schlägt, der sollte sich unter anderem pflegen und verwöhnen. 
Bild: Getty Images (Symbolbild)

Mit Beginn des Novembers sinkt bei vielen die Stimmung in den Keller. Was es damit auf sich hat und wie du gegensteuern kannst, erfährst du hier. 

uri

4.11.2021

Müde, niedergeschlagen, ohne Saft? Wenn es dir so geht, bist du derzeit nicht allein. Den November finden viele zum Davonlaufen, er schlägt fast jedem Vierten aufs Gemüt. Corona macht die Sache auch nicht besser. Mit ein paar Massnahmen kann man sich aber gegen den November-Blues wehren.

Was ist dran am Winter-Blues?

Angeblich machen die Herbst- und Wintermonate fast jeder vierten Person in Mitteleuropa psychisch zu schaffen. Rund zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden sogar unter einer sogenannten saisonalen Depression, wie das «Bündnis gegen Depression» berichtet. Dabei handelt sich um eine «wiederkehrende Form der Depression, die während der Herbst- und Wintermonate auftritt und danach wieder abklingt.» Die «saisonal bedingte Störung», wie sie etwa von der «US National Library of Medicine» bezeichnet wird, gilt als wissenschaftlich belegt und hat ihren Grund nicht zuletzt in hormonellen Veränderungen. Frauen sind vom Phänomen zudem häufiger betroffen als Männer.

Was hat es mit der Verstimmung auf sich?

Aufgrund des Lichtmangels schüttet der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus, vom sogenannten «Glückshormon» Serotonin wird indes weniger produziert. Auch das Hormon Vitamin D, das für die körperliche Gesundheit und die Psyche von grosser Bedeutung ist, wird aufgrund des Lichtmangels im Körper mitunter zur Mangelware. Die Folge ist auch hier, dass man sich müde und antriebslos fühlt.

Wie äussert sich der Herbst/Winter-Blues ?

Erwischt es einen gründlich und man bekommt eine saisonale Depression, sind die Symptome vielfältig: Ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Energiemangel, aber auch Heisshunger auf süsse und fettige Speisen – inklusive Gewichtszunahme – gehören laut dem «Bündnis gegen Depression» dazu. Zudem können Betroffene unter Angstzuständen, Konzentrationsschwierigkeiten, aber auch körperlichen Beschwerden wie etwa einem Schweregefühl in Armen und Beinen leiden. Betroffene sind häufig reizbar und ziehen sich von sozialen Kontakten zurück.

Wie behandelt man eine solche Depression?

Bei der Behandlung hat sich gemäss «Bündnis gegen Depression» die Lichttherapie als bestes Verfahren erwiesen. In diesem Fall finden spezielle Geräte Verwendung, die ein reines weisses Licht mit einer Stärke von bis zu 10'000 Lux abgeben. Eine Besserung kann schon nach einigen Tagen eintreten. Bei manchen Betroffenen ist indes auch eine Psychotherapie und/oder eine medikamentöse Therapie sinnvoll.

Wie kann man der Depri-Stimmung vorbeugen?

Damit man womöglich erst gar nicht misslaunig wird, empfiehlt es sich, in der dunklen Jahreszeit möglichst viel natürliches Licht zu tanken. Das bedeutet: Trotz kalter Temperaturen und womöglich schlechten Wetters nicht auf der heimischen Couch festsitzen, sondern möglichst am hellen Morgen oder am frühen Nachmittag raus zum Spazierengehen.

Hilft auch Sport?

Ja, auch sportliche Aktivitäten jeder Art haben laut Fachleuten einen positiven Effekt: Körperliche Betätigung führt zur Ausschüttung der Glückshormone Dopamin, Serotonin und Endorphin. Und bekanntermassen sind Menschen, die regelmässig trainieren, nicht nur fitter, sondern obendrein zufriedener und ausgeglichener.

Wie steht es mit der Ernährung?

Auch wenn einem gerade nach Süssem und Fettigem ist, sollte man den Gelüsten nur begrenzt nachgeben. Besonders zuckerhaltige oder auch fettige Nahrung beeinträchtigt nicht nur das Immunsystem negativ, sondern macht einen auch träger – und eben nicht zufriedener. Empfohlen wird deshalb grundsätzlich eine ausgewogene, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung mit frischem Gemüse und Obst.

Was kann man sonst noch tun?

Wer unter der Dunkelheit und Kälte leidet, kann in die Sonne flüchten und Ferien im Süden oder in den Bergen machen. Licht, Entspannung und Bewegung befeuern in jedem Fall die gute Laune.

Wer indes zu Hause bleiben muss, kann sich mit Wellness – etwa Massagen und Sauna – verwöhnen und so immerhin die Seele wärmen. Expert*innen empfehlen ebenfalls Farb- und Dufttherapien, die belebend wirken und positive Gefühle verstärken.