Spielsüchtige Nonne sackte Hunderttausende Dollar ein

AP

10.6.2021

Eine Schwester betet in der Kapelle der Casa Santa Birgitta in Lugano am 5. Mai 2015. 13 Schwestern des Birgittenordens zwischen 25 und 81 Jahren fuehren seit 1924 ein einfaches Hotel in der Naehe des Zentrums von Lugano, das ganzjaehrig geoeffnet hat. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***
In Los Angeles hat eine Nonne jahrelang Gelder in grossem Stil veruntreut. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Ti-Press/Pablo Gianinazzi

Eine Nonne in Los Angeles hat ihr Armutsgelübde nicht sonderlich ernst genomme. Über Jahre hinweg stahl sie Hunderttausende Dollar, um ihre Spielsucht zu finanzieren. Die 79-Jährige muss sich nun wegen Betrugs und Geldwäsche verantworten.

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10.6.2021

Eine Nonne in Los Angeles hat ihr Armutsgelübde nicht sonderlich ernst genommen und über Jahre hinweg Hunderttausende Dollar gestohlen, um ihre Spielsucht zu finanzieren. Die 79-Jährige müsse sich nun wegen Betrugs und Geldwäsche verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag (Ortszeit) mit. Bis 2018 habe sie mehr als zehn Jahre lang in ihrer Funktion als Rektorin einer katholischen Grundschule im Vorort Torrance rund 835'000 Dollar (rund 748'000 Franken) an Spenden, Schulgeldern und Gebühren unterschlagen, räumte die Frau laut den Staatsanwälten ein.

Sie habe über mehrere Konten verfügt, darunter über ein Sparkonto für die Schule und eines für die Begleichung von Lebenshaltungskosten dort angestellter Nonnen. Die Schule leitete die Ex-Rektorin 28 Jahre lang, inzwischen ist sie in Rente.

Die Gelder habe sie abgezweigt, um Privatausgaben zu begleichen, etwa Kreditkartengebühren und gewaltige Glücksspielausgaben, die in Kasinos aufgelaufen seien, hiess es in der Erklärung der Nonne. Ihre Anwälte liess sie mitteilen, dass sie grosse Reue für das Geschehene empfinde. Sie kooperiere auch mit der Polizei und dem Erzbistum Los Angeles.

Nonne wurde die Frau im Alter von 18 Jahren, wie der Radiosender KNX-AM aus der Stellungnahme zitierte. In ihrem späteren Leben habe sie dann mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt, die ihr Urteilsvermögen getrübt hätten. Dies habe sie dazu verleitet, etwas zu tun, dass sie ansonsten nicht getan hätte.