Urteil in Schweden – Männerfreies Musikfestival ist «diskriminierend»

tafi

21.12.2018

Beim Statement-Festival in Göteborg hatten nur Frauen Zutritt: Den Männern gefiel das gar nicht.
KEYSTONE/EPA TT NEWS AGENCY/FRIDA WINTER

Männer musssten draussen bleiben, und das hat ihnen nicht gefallen: Nach einer Beschwerde wurde das schwedische Statement-Festival von der Gleichstellungsbehörde des Landes als «diskriminierend» eingestuft.

Es war das laut eigener Auskunft «erste grosse Musikfestival der Welt nur für Frauen, non-binäre Personen und Transgender-Personen»: Ende August fand in Göteborg das «männerfreie» Statement-Festival statt. Die schwedische Gleichstellungsbehörde hat jetzt befunden, dass die Veranstaltung gegen die Anti-Diskriminierungs-Gesetze des Landes verstossen hat.

Das Festival war ins Leben gerufen worden, nachdem es ein Jahr zuvor beim Bravalla-Festival in Norrköping vermehrt zu sexuellen Übergriffen bis hin zur Vergewaltigung gekommen sein soll. Es wurde daraufhin für 2018 abgesagt.
Die schwedische Komikerin und Radiomoderatorin Emma Knyckare hatte daraufhin die Idee vom Rockfestival ohne Männer.

Das Statement-Festival wollte ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt gegen Frauen auf Musikfestivals setzen. Nach dem Festival gingen bei der Gleichstellungsbehörde dann allerdings Klagen gegen die Veranstalter ein: Männer, die sich übrigens durchaus Tickets haben kaufen können, fühlten sich diskriminiert.



Dass sie nun Recht bekommen haben, kommentieren die Veranstalterinnen auf ihren Social-Media-Kanälen knapp und sarkastisch. «Es ist traurig, dass das, was 5000 Frauen, nicht-binäre Menschen und Transgender als lebensveränderndes Festival erlebt haben, dazu geführt hat, dass ein paar CIS-Männer völlig durchdrehen.» Der Erfolg zeige, dass dieses Festival gebraucht werde. «Das Urteil der Gleichstellungsbehörde ändert daran nichts. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, wir sind schliesslich damit beschäftigt, die Welt zu ändern.»

Bilder des Tages
Zurück zur Startseite