Vor 55 Jahren wurde das erste Glas Nutella abgefüllt

jfk

21.4.2019 - 00:00

Zum 50. Jahrestag der populärsten Nuss-Nougat-Creme durfte die deutsche Fernsehmoderatorin Verena Pooth 2014 im Westfalenpark in Dortmund posieren. (Archiv)
Bild: Getty Images

Das Design der Gläser stammt von 1919, aber natürlich ist vor allem der Inhalt ein Klassiker beim Zmorge und auf süssen Crêpes: Am 20. April 1964 wurde der berühmteste Nuss-Nougat-Aufstrich erstmals als «Nutella» produziert.

Bereits 1940 entwickelte der Konditor Pietro Ferrero im Piemont die nougatähnliche Paste. 1964 bekam die damalige «Supercrema gianduja», deren Rezeptur sich inzwischen geändert hatte, Probleme mit dem Gesetz. Denn seit 1962 war das Präfix «Super» in Markennamen in Italien verboten.

Unterschiede in der Rezeptur

Und so wurde bei der notwendigen Umbenennung aus dem englischen «nut» für Nuss und der weiblichen italienischen Verkleinerungsform «-ella» das Kunstwort Nutella kreiert. Seither vertreibt der Hersteller Ferrero den Aufstrich, der allem voran aus Zucker und Palmöl besteht, in weltweit 75 Länder – 250'000 Tonnen jährlich.

Nutella findet nicht nur als Brotaufstrich Verwendung, sondern kann auch Crêpes versüssen. (Archiv)
Bild: Keystone

Die Rezeptur kennt Unterschiede und auch in Europa mehrere Varianten. So hat Nutella unter anderem in den südwesteuropäischen Ländern Frankreich, Italien und Spanien einen süsseren und etwas nussigeren Geschmack als z. B. in Deutschland, wo dafür mehr Kakao enthalten ist. Und je nach landestypischer Brotsorte kann auch die Konsistenz leicht variieren.

Diskutierte Änderung

Eine Änderung der Rezeptur im November 2017 sorgte in den sozialen Medien für einigen Aufruhr. Der Anteil an Magermilchpulver wurde von 7,5 auf 8,7 Prozent erhöht, woraus sich eine leichte Erhöhung des Zuckeranteils und eine Senkung des Fettgehalts ergab. Dadurch fällt jedoch auch die relative Menge des hochwertigen Bestandteils Kakao geringer aus.

Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht darin eine Qualitätsminderung, Kritiker wittern, dass der Konzern Ferrero damit die Gewinnspanne erhöhen will. Naschkatzen können sich damit abfinden oder auf zahlreiche billigere Nachahmerprodukte ausweichen, deren Namen (z. B.«Nusstella», «Nutoka») oft an das marktbeherrschende Vorbild aus Italien erinnern. Wer es dagegen edel mag, für den gibt es zahlreiche Nobelvarianten, die beispielsweise aus Bio-Zutaten gefertigt sind, einen höheren Nussanteil enthalten oder auf Palmöl verzichten

Der deutsche Künstler Thomas Rentmeister hat Nutella im Jahr 2000 eine Skulptur gewidmet. (Archiv)
Bild: Thomas Rentmeister (Künstler) und Jörg Hejkal (Fotograf)/wiki
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