Wegen fehlender Maske – Buschauffeur ins Koma geprügelt

dpa/phi

6.7.2020 - 17:45

Eine Frau wartet im Mai an einer Bushaltestelle in Paris: Im Süden des Landes hat nun der Maskenzwang zu sinnloser Gewalt geführt.
Symbolbild: Keystone

Ein brutaler Angriff auf Buschauffeur schockiert Frankreich: Nachdem der Lenker Fahrgästen den Transport verweigerte, weil sie keine Masken trugen, schlug einer von ihnen zu.

Ein Übergriff auf einen Busfahrer im Südwesten des Landes sorgt derzeit in Frankreich für Entsetzen. Der 50-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt, wie mehrere Medien am Montag berichteten.

Demnach hatte der Fahrer im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne am Sonntagabend vier Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Ein Mann schlug den Busfahrer den Berichten zufolge daraufhin von hinten heftig auf den Kopf. 

Die Verletzungen des Chauffers waren so schwerwiegend, dass der Mann heute für hirntot erklärt wurde, berichtet «Sud Ouest». In diesem Zusammenhang habe es bereits fünf Festnahmen gegeben: Ein Mann in den Dreissigern wurde am Sonntag verhaftet, vier weitere Personen seien heute festgesetzt worden.

Mehrere Menschen seien nach der Tat festgenommen worden, berichtete auch der Radiosender France Bleu in Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Der Bus fuhr für einen Transportverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques.

Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen machten den Berichten zufolge Busfahrer des Verbunds von ihrem Recht Gebrauch, wegen hoher psychologischer Belastung ihre Arbeit temporär niederzulegen. Der Transport mit Bussen sei deshalb am Montag weitgehend lahmgelegt gewesen, berichtete «France Bleu». Für die Busfahrer wurde demnach psychologische Betreuung bereitgestellt.

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