Züge in der Romandie fahren mit Einschränkungen wieder

sda

12.11.2021 - 06:12

Nachdem der Zugverkehr wegen eines Gleisschadens ab Dienstag gestört war, wurde der Betrieb am Freitagmorgen zwischen Lausanne und Genf wieder aufgenommen – allerdings noch mit Einschränkungen.
Keystone

Der Bahnverkehr zwischen Lausanne und Genf, der seit Dienstag wegen eines Gleisschadens bei Tolochenaz (VD) unterbrochen war, hat am Freitagmorgen wieder aufgenommen werden können. Allerdings konnte noch nicht die ganze Kapazität ausgeschöpft werden.

sda

12.11.2021 - 06:12

Das erste Gleis wurde um 3 Uhr und das zweite um 5 Uhr wiederhergestellt, teilten die SBB auf Twitter mit. Im Fernverkehr würden vier von sechs Zügen pro Stunde und Richtung verkehren.

Am Vortag hatten die SBB mitgeteilt, dass die Züge an der Einsturzstelle nur mit 20 Kilometern pro Stunde fahren würden. Aus diesem Grund bleibe die Kapazität der Strecke Lausanne – Genf eingeschränkt. Auch zwischen Morges und Allaman verkehren weiterhin Ersatzbusse. Das reduzierte Angebot dürfte mindestens bis nächsten Dienstag dauern.

Rohr zehn Meter unter Gleisen

Der Bahnverkehr war seit Dienstag um 17 Uhr wegen Gleissenkungen unterbrochen. Ersten Analysen zufolge ist die Senkung auf Arbeiten eines Drittunternehmens zurückzuführen, das ein Rohr etwa zehn Meter unter den Bahngleisen verlegt hatte.

Seit der Gleissenkung hatten rund 60 Leute im Schichtbetrieb rund um die Uhr an der Schadensstelle gearbeitet. Um die entstandenen Hohlräume zu füllen und den Boden durch Injektionen zu stabilisieren, haben die Teams vor Ort mehr als 25 Kubikmeter Beton in den Hohlraum unter dem Gleisbett gegossen. Zudem wurden Mikropfähle zur Stabilisierung des Bodens in den Untergrund eingelassen.

Den Bahnreisenden war empfohlen worden, auf nicht unbedingt notwendige Reisen auf der Strecke Lausanne – Genf auch zu verzichten.

Genferseeregion ruft nach neuer Bahnlinie

Angesichts des mehrtägigen Unterbruchs der Bahnstrecke ist in der Genferseeregion der Ruf nach dem Bau einer neuen Bahnlinie laut geworden. Der mehrtägige Unterbruch habe daran erinnert, dass die Mobilität im zweitwichtigsten Wirtschaftszentrum der Schweiz heute zu stark von einer einzigen und fragilen Eisenbahnlinie abhänge, schrieben die Kantonsregierungen der Waadt und Genfs am Donnerstag in einer Mitteilung.

Das sei für Zehntausende Pendlerinnen und Pendler sowie für Logistikdienstleistungen unhaltbar. Im Gegensatz zu Bahnverbindungen zwischen anderen Grossstädten in der Schweiz hätten die SBB keine Möglichkeit, Züge in solchen Fällen auf andere Strecken umzuleiten. Dadurch werde der Grossraum Genf per Bahn vom Rest der Schweiz abgeschnitten. Die beiden Kantone halten daher den Bau einer neuen Bahnlinie bis 2050 für «unabdingbar» und «dringend nötig». In einem ersten Schritt sollen bis 2035 ein zweigleisiger Tunnel zwischen Morges und Allaman sowie ein unterirdischer Bahnhof in Genf realisiert werden.

sda