Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich am WEF in Davos für eine "freie, offene internationale Weltordnung" ausgesprochen. Ausserdem will er als Gastgeber des G20-Gipfels im Juni den Umgang mit Daten und Lösungen für den Klimawandel zum Thema machen.
Es mache aus Sicht von Japan keinen Sinn, sich einen Schlagabtausch mit immer mehr Restriktionen zu liefern, sagte Abe am Mittwoch auf die Frage zu seinen Gedanken zum Handelskonflikt zwischen den USA und China.
Die Welthandelsorganisation (WTO) könne aber nicht mehr mit den Entwicklungen Schritt halten und müsse reformiert werden. Japan wolle bei der Einführung neuer Regeln eine führende Rolle spielen.
Japan führt in diesem Jahr im G20 den Vorsitz und lädt zum nächsten Gipfel der grossen Wirtschaftsmächte im japanischen Osaka.
Dieser solle lange in Erinnerung bleiben als derjenige Gipfel, welcher "Data Governance" weltweit in den Mittelpunkt gerückt hat, sagte Abe zudem in seiner Rede an die Teilnehmer des World Economic Forum (WEF). Die Digitalisierung werde in den nächsten Jahren das Schwungrad der Gesellschaft sein. Jetzt nicht sofort zu handeln bedeute, den Anschluss zu verlieren.
Daten über Grenzen hinweg
Persönliche Daten müssten zwar geschützt werden. Anonymisierte Daten etwa im Bereich der Medizin, Industrie oder im Verkehr müssten jedoch frei über die Ländergrenzen hinweg fliessen können.
Und das werde nicht den kapitalintensiven Industrien zugute kommen, sondern den einzelnen Menschen. Abe sprach von der Gesellschaft 4.0, wo die Lücke zwischen arm und reich geschlossen werden kann. Denn im Zuge der vierten industriellen Revolution könnten Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit in die kleinsten Regionen der Welt getragen werden. Mädchen, die nicht zur Schule gehen können, würden dennoch über das eigene Dorf hinaus blicken können.
Die WTO müsse sich dieser neuen Realität stellen, in der es nicht mehr vorderhand um Waren wie Agrarprodukte geht, sondern um digitalisierte Daten.
Innovationen für eine grüne Welt
Auf der Agenda mit ganz oben steht für Abe zudem der Klimawandel. Probleme wie der CO2-Ausstoss sowie die mit Plastik verschmutzen Weltmeere müssten durch "disruptive Innovationen" gelöst werden. Er sprach die künstliche Synthese sowie die Fotokatalyse an und rief dazu auf, die Entwicklung solcher neuen Technologien zu beschleunigen.
Mehr Regierungen sollten mehr für disruptive Innovationen ausgeben. "Wenn man Geld ausgibt für eine grüne Welt und einen blauen Ozean, klingt das vielleicht teuer, aber es lohnt sich", sagte der Ministerpräsident.
Beim G20-Gipfel der grossen Wirtschaftsmächte im Dezember in Buenos Aires waren Welten aufeinander geprallt. Streitthemen waren Welthandel, Klimaschutz und Migration.
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