DigitalisierungBevölkerung sieht Digitalisierung als Chance
SDA
1.10.2018 - 16:51
Zwar haben Schweizer Konsumenten wenig Vertrauen in internationale Tech-Handelsriesen wie Amazon, was die Datenweitergabe anbelangt. Doch der Wunsch nach günstigeren Preisen treibt sie dennoch auf diese Plattformen. (Themenbild)
Source:KEYSTONE/AP/RICHARD DREW
Schweizerinnen und Schweizer sehen in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken. Drei von vier Eidgenossen glauben laut einer Umfrage, dass die Digitalisierung der Schweiz Chancen bietet. Gleichzeitig löst der digitale Wandel aber auch Jobängste aus.
Einer immer grösseren Beliebtheit erfreut sich dabei der Onlinehandel, wie eine am Montag publizierte Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman zeigt.
In der zweiten Ausgabe der jährlich bei 2'000 Schweizern durchgeführten Studie zeigten sich vier von fünf davon überzeugt, dass das Internet beim Einkauf für günstigere Preise sorgt. Immer mehr Schweizer Konsumenten kaufen im Internet ein und landen dabei öfters bei Platzhirschen wie Zalando oder Amazon.
Zalando wird laut Studie von 42 Prozent der Befragten regelmässig genutzt nach 32 Prozent vor Jahresfrist. Bei Amazon ist dieser Anteil auf 35 von zuvor 29 Prozent angewachsen. Das chinesische Online-Kaufhaus Alibaba kommt bereits auf 9 Prozent.
Misstrauen gegenüber Tech-Konzernen
Im E-Commerce zeige sich aber auch ein grosser Widerspruch, so die Mitteilung zur Studie weiter. Zwar steuern die Konsumenten hierzulande immer stärker internationale Einkaufsriesen an, doch wenn es um die Datenweitergabe geht, sinke ihr Vertrauen genau in diese Konzerne.
"Der stark ausgeprägte Wunsch nach günstigen Preisen siegt bei den Konsumenten ganz offensichtlich über die Sorge um Datenweitergabe", folgert Nordal Cavadini, Partner bei Oliver Wyman in Zürich. Ein ähnliches Muster ist bei der Internet-Suche zu sehen. Das Vertrauen in Google liegt mit 25 Prozent am untersten Ende der abgefragten Sektoren. Trotzdem klicke man auf Google.
Skepsis im Finanzsektor
Ist die Digitalisierung ein Jobmotor oder ein Jobkiller? Diese Frage beschäftigt auch die Schweizer. Diesbezüglich wachse die Skepsis im Finanzsektor: Nur noch 59 Prozent der Beschäftigten bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern glauben, dass die Digitalisierung für neue Jobs sorgen wird. Vor einem Jahr waren es noch 80 Prozent.
In keiner anderen Branche habe sich der Blick der Betroffenen auf die Veränderungen durch das Internet so stark verdüstert wie in der Finanzindustrie, so Cavadini. Dies dürfte mit dem Wettbewerbsdruck von Seiten der Fintechs zu tun haben, glaubt er.
Dagegen habe sich in den meisten Industriesektoren die Erwartungshaltung mit Blick auf neue Arbeitsplätze verbessert. So stiegen die Spitzenwerte in der Informations- und Telekommunikations-Branche auf 82 Prozent, im produzierenden Gewerbe auf 73 Prozent und in der öffentlichen Verwaltung auf 70 Prozent. Der Schlusswert wurde im Gross- und Detailhandel mit 53 Prozent verzeichnet.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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