Jetzt wird auch gegen Renault wegen Betrug ermittelt

AFP/dpa/uri

9.6.2021

epa07150786 Renault employees work on strongly-lit vehicle production assembly line while checking on quality at the Renault factory in Maubeuge, north-eastern France, 08 November 2018. Renault today announced a series of investments and new jobs in the Maubeuge factory. EPA/ETIENNE LAURENT
Produktion bei Renault im Werk im französischen Maubeuge: Jetzt ist auch bei Renault ein Ermittlungsverfahren im Dieselskandal eingeleitet worden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Der Verdacht beseht bereits seit Jahren – jetzt hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Renault wegen mutmasslichem Betrug bei Dieselfahrzeugen eingeleitet. 

AFP/dpa/uri

9.6.2021

Im Diesel-Abgasskandal ist gegen den französischen Autobauer Renault ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs eröffnet worden. Das Unternehmen wies am Dienstag aber alle Vorwürfe zurück. «Renault bestreitet jegliches Fehlverhalten», hiess es in einer Pressemitteilung. In Renault-Fahrzeugen sei «keinerlei betrügerische Software für Schadstoffbegrenzungsgeräte» installiert gewesen.

Die französische Antibetrugsbehörde hatte erstmals 2017 Manipulationsvorwürfe gegen Renault erhoben. Demnach wendeten Top-Manager des Konzerns, darunter der langjährige Unternehmenschef Carlos Ghosn, «betrügerische Strategien» an, um die Ergebnisse von Abgas-Tests an Dieselmotoren zu fälschen.

Kaution von 20 Millionen Euro

«Renault hat sich stets an französische und europäische Vorschriften gehalten», betonte das Unternehmen. Der Pressemitteilung zufolge muss Renault eine Kaution in Höhe von 20 Millionen Euro sowie eine Bankbürgschaft in Höhe von 60 Millionen Euro hinterlegen für den Fall, dass es zu Entschädigungsforderungen kommen sollte.

Die Dieselaffäre war 2015 Jahren ins Rollen gekommen, als der deutsche Autobauer VW nach US-Ermittlungen einräumte, in Millionen von Fahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben. Diese sorgte dafür, dass der Schadstoffausstoss bei Tests durch die Behörden niedriger ausfiel als später auf der Strasse. In Deutschland wurden deswegen unter anderem der frühere VW-Chef Martin Winterkorn sowie andere ehemalige oder aktuelle hochrangige Mitarbeiter angeklagt oder stehen vor Gericht.