Kirschernte bedroht Kleine Wanze, grosse Sorgen

tali

11.7.2019

Dieses Krabbeltier ist der neue Schrecken der Schweizer Obstbauern: die rotbeinige Baumwanze.
Dieses Krabbeltier ist der neue Schrecken der Schweizer Obstbauern: die rotbeinige Baumwanze.
Getty Images

Plötzlich ist die halbe Ernte futsch: Kirschbauern im Aargau fürchten sich zunehmend vor dem Hunger der rotbeinigen Baumwanze. Die hatte zuvor eigentlich andere Früchte auf der Speisekarte.

Sie ist nur 1,5 Zentimeter klein, bereitet Obstbauern derzeit aber grosses Kopfzerbrechen: Die rotbeinige Baumwanze breitet sich in der Schweiz immer weiter aus. Hatte sie es bislang vor allem im Wallis auf Aprikosen- und Birnenbäume abgesehen, droht sie nun auch Bauern im Aargau die Kirschernte zu vermiesen.

Für Daniel Schnegg vom landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg ist das durchaus eine Überraschung: «Ich bin erschrocken, weil ich sie noch nie in den Kirschen gesehen habe. Vor allem hatten wir noch nie eine Meldung in den Bäumen», erklärte er SRF.

Weitere Verdachtsfälle

Bisher hatten die rotbeinigen Baumwarzen gar nichts für Kirschen übrig.
Bisher hatten die rotbeinigen Baumwarzen gar nichts für Kirschen übrig.
Keystone

Einem Landwirt in Leutwil haben die Wanzen, die von Europa bis nach Kleinasien und Sibirien vorkommen, bereits ein Drittel seiner Kirschernte vernichtet. Vier weitere Verdachtsfälle im Aargau werden geprüft, ausserdem der Fall eines Solothurner Bauern, bei dem schon die Hälfte seiner Kirschen einer Wanzenart – möglicherweise der rotbeinigen – zum Opfer gefallen ist.

Eine Lösung für das Wanzenproblem haben die Landwirte noch nicht. Doch Daniel Schnegg zeigt sich optimistisch: «Bis jetzt konnten wir noch jedes Problem lösen.»

Bilder aus der Schweiz
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