Pensionierte haben keine Lust auf Ruhestand

SDA/gbi

27.4.2021

Ein älteres Paar sitzt auf einer Bank am Max-Eyth-See. Nach jahrelangen Rentensteigerungen könnte die übliche Erhöhung der Altersbezüge im kommenden Jahr im Westen Deutschlands ausfallen.
Viele Seniorinnen würden gerne weiterhin arbeiten – wenn die Bedingungen stimmen. 
Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung kann sich vorstellen, auch nach Erreichen des Pensionsalter weiterzuarbeiten – das zeigt eine Umfrage. Oft stecken finanzielle Gründe dahinter. 

SDA/gbi

27.4.2021

Nach einem langen Arbeitsleben den wohlverdienten Ruhestand geniessen – das ist für viele Pensionierte in der Schweiz keine Option. Laut einer Umfrage der Swiss Life kann sich die Hälfte der Befragten vorstellen, auch im Rentenalter zu arbeiten. 

Die Erhebung hat ergeben, dass 49 Prozent der 1472 befragten 55- bis 70-Jährigen es sich grundsätzlich vorstellen könnten, auch im Rentenalter weiterzuarbeiten, wenn sie es nicht bereits tun. Bereits heute bleibe rund ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen über die Pensionierung hinaus erwerbstätig, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung.

Konkret habe dies 2019 auf rund 190'000 Personen zugetroffen, was einer Zunahme von rund 75 Prozent gegenüber der Jahrtausendwende entspreche. Basis dieser Zahlen bildet die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) sowie die Syntheseerhebung Soziale Sicherheit und Arbeitsmarkt (SESAM) des Bundesamts für Statistik.

Ein Viertel nennt Finanzen als Grund

Für eine grosse Mehrheit der Befragten komme dies aber nur infrage, wenn die Bedingungen dafür stimmen. Dazu gehöre etwa eine gute Gesundheit, ein gutes Arbeitsklima und die Wertschätzung des Arbeitgebers. Ansonsten würden – ausgenommen von Sachzwängen – eine Mehrheit vor dem ordentlichen Rentenalter in den Ruhestand gehen oder mindestens das Pensum reduzieren wollen. Denn in jedem vierten Fall seien finanzielle Gründe ausschlaggebend.

Am häufigsten über das ordentliche Rentenalter hinaus weiterarbeiten würden Selbstständige, Landwirte, Freiberufler und Geschäftsführende. Vergleichsweise selten sei dies bei Bürokräften, Handwerksberufen, im Verkauf oder bei Pflege- und Betreuungsfachkräften der Fall.