NationalbankSNB-Ausschüttungen für Bund und Kantone in Gefahr
uh
14.7.2022 - 10:56
Die jährliche Milliarden-Ausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an die Kantone ist aufgrund der Finanzmarktentwicklung in Gefahr. (Archivbild)
Keystone
Die steigenden Zinsen und fallenden Aktienmärkte wirken sich massiv auf das Ergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus. Das Halbjahresergebnis wird jedenfalls tiefrot ausfallen, so dass die Ausschüttungen an Bund und Kantone in Gefahr geraten.
Keystone-SDA, uh
14.07.2022, 10:56
SDA
Bereits im ersten Quartal 2022 musste die Nationalbank wegen der schwachen Finanzmarktentwicklung einen Verlust von 32,8 Milliarden hinnehmen. Nun zeichnet sich nach Berechnungen der UBS auch für das zweite Quartal ein Verlust in der Grössenordnung von 50 Milliarden Franken ab, wie es in einem Anlagekommentar der Grossbank vom Donnerstag heisst. Die fallenden Goldnotierungen und die Wechselkursveränderungen dürften das Ergebnis, das am 29. Juli veröffentlicht wird, zusätzlich belastet haben.
Hohe Ausschüttungsreserve dürfte schwinden
Was das für die Ausschüttungen der SNB an Bund und Kantone heisst, kann man derzeit noch nicht genau sagen, da diese allein abhängig vom Jahresergebnis bzw. einem Bilanzgewinn per Ende Jahr sind. Zwar beläuft sich die für die Zahlungen relevante Ausschüttungsreserve nach dem Jahresergebnis 2021 derzeit auf rund 102 Milliarden Franken.
Wenn die Entwicklung an den Finanzmärkten aber auch im zweiten Semester in die falsche Richtung geht, könnte diese bald aufgebraucht sein. Stand heute sind die Ausschüttungen gemäss UBS jedenfalls zumindest gefährdet. Da die SNB auch dieses Jahr zusätzliche Rückstellungen von gegen 10 Milliarden tätigen dürfte, müsste sie bereits bei einem Jahresverlust von etwa 93 Milliarden Franken auf Ausschüttungen an Bund und Kantone verzichten.
Die Grossbank erwartet zwar eine Erholung der Aktienmärkte in der zweiten Jahreshälfte. Gleichwohl sollte «aus der Perspektive einer vorsichtigen Fiskalpolitik die SNB-Ausschüttung im nächsten Jahr nicht als gesetzt angesehen werden», schreibt sie in ihrem Kommentar.
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