Stadler Rail streitet sich mit deutschem Bahnbetreiber

SDA

7.5.2021 - 04:25

Blick in die Fertigung der Stadler Rail, aufgenommen nach der Bilanzmedienkonferenz, am Donnerstag, 5. Maerz 2020, in Bussnang. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Blick in die Fertigung der Stadler Rail  am Sitz in Bussnang TG. (Archivbild)
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Stadler Rail und die deutsche Bahngesellschaft Go-Ahead Bayern sind sich über die Wartung der von Stadler gelieferten Züge in die Haare geraten. Der Streit droht zu eskalieren.

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7.5.2021 - 04:25

Der Thurgauer Zughersteller Stadler Rail streitet sich öffentlich mit der Bahngesellschaft Go-Ahead Bayern über die Wartung der von Stadler gelieferten Züge. Während die Ostschweizer auf die Einhaltung der Verträge pochen und die Wartung selber machen wollen, will Go-Ahead Bayern den Unterhalt durch das Unternehmen TMH International durchführen lassen.

«Der bestehende Vertrag untersagt, die Wartungsleistungen an einen Wettbewerber von Stadler zu vergeben», schrieb der Thurgauer Zughersteller am Donnerstagabend in einer Reaktion auf eine Mitteilung von Go-Ahead Bayern.

Das Unternehmen TMH International sei in der Entwicklung, Produktion und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen tätig und somit Konkurrent von Stadler: «Damit sind die Vertragsbedingungen seitens Go-Ahead Bayern nicht erfüllt.»

Die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen durch Drittfirmen sei in Deutschland üblich – sofern sie reine Wartungsunternehmen und nicht gleichzeitig in der Entwicklung und Fertigung von Zügen tätig seien, schrieb Stadler. Das Unternehmen habe den Liefervertrag mit Go-Ahead Bayern vollumfänglich erfüllt. Stadler habe die Produktion der 22 Züge vertragsgemäss durchgeführt und die Fahrzeuge bereits vorzeitig zugelassen. Sie seien früher als abgemacht betriebsbereit.

In Gesprächen mit Stadler habe Go-Ahead Bayern die grundsätzlichen Differenzen nicht überbrücken können, schrieb der Allgäuer Bahnbetreiber, der im Dezember starten will. «Wir bedauern sehr, dass es nicht möglich war, mit den Vertretern der Firma Stadler eine Einigung zu erzielen», erklärte Patrick Verwer, Geschäftsführer der Go-Ahead-Unternehmen in Deutschland.