Immobilienmarkt Städte lassen weniger bauen – jetzt stehen Wohnungen auf dem Land leer

gusi

26.3.2019

Die grossen Schweizer Städte bewilligen weniger Neubauten. Investoren weichen deshalb mit Bauprojekten in ländlichere Gebiete aus.
Die grossen Schweizer Städte bewilligen weniger Neubauten. Investoren weichen deshalb mit Bauprojekten in ländlichere Gebiete aus.
Keystone

Investoren treiben die Anzahl der leeren Mietwohnungen weiter in die Höhe. Zwar bewilligen Städte weniger Neubauten, die Geldgeber weichen aber in andere Regionen aus.

Eine neue Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigt, die Anzahl der neu bewilligten Mietwohnungen ist gesunken. Für 2018 gebe es hier einen Rückgang von insgesamt sieben Prozent. Als Ursache sehen die Experten die Entwicklung in den grossen Städten, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. So seien in Zürich zum Beispiel 36 Prozent weniger Mietwohnungen bewilligt worden als 2017. In Basel sank die Anzahl der neubewilligten Wohnungen gar um 19 Prozent.

Die Entwicklung führt allerdings zu keiner Entspannung bei der Leerstandsproblematik. Die Bank geht davon aus, dass die Investoren einfach in andere Regionen ausweichen. Ausserhalb der Zentren würde indes aber gar keine Nachfrage nach neuen Wohnungen bestehen.

Gemäss ZKB-Studie dürfte es künftig deshalb noch mehr leerstehende Mietwohnungen geben. Die Bank rechnet mit knapp 72'000 leeren Mietwohnungen im Jahr 2020. Derzeit sind es knapp unter 60'000. 

Als Beispiel nennt die ZKB die Regionen im Unterwallis oder im Jura. Dort stünden bereits sehr viele Mietwohnungen leer, die neuen Baubewilligungen seien aber stark gestiegen. Im Jura etwa um 158 Prozent. 

Entspannung im Kanton Aargau

Bisher galt der Kanton Aargau als Problemregion, wenn es um leerstehende Wohnungen geht. Doch hier zeichnet sich eine Entspannung ab. Es wurden deutlich weniger neue Mitwohnungen in der Region bewilligt. Dasselbe gilt auch im Oberaargau und in der Region St. Gallen.

Bei viel Leerstand müssten eigentlich die Wohnungsmieten sinken. Laut ZKB ist das aber nicht so. Für die gesamte Schweiz wird für 2019 und 2020 ein Rückgang der Angebotsmieten von 0,5 Prozent erwartet. Doch nicht überall können die Mieter davon profitieren. Im Kanton Zürich dürften sich laut ZKB die Angebotsmieten 2019 kaum verändern und 2020 gar wieder 0,5 Prozent teurer werden. 

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