Die Swiss streicht wegen der Corona-Krise bis zu 780 Stellen

SDA

6.5.2021 - 10:53

Swiss will weitere 780 Vollzeitstellen streichen. (Archiv)
Die Swiss leitet wegen der Corona-Krise einen Abbau bei Personal und Flotte ein.
Bild: Keystone/Ennio Leanza

Die Swiss kündigt aufgrund der Corona-Pandemie einen massiven Abbau beim Personal- und dem Flottenbestand an. Betroffen sind sowohl Mitarbeitende am Boden als auch in der Luft.

SDA

6.5.2021 - 10:53

Durch einen massiven Abbau bei Personal und Flugzeugflotte will die Swiss insgesamt rund 500 Millionen Franken einsparen. Von betrieblichen Kündigungen wären «potenziell bis zu 780 Mitarbeitende am Boden und beim fliegenden Personal betroffen», teilte die Lufthansa-Tochter am Donnerstag mit. Dies entspreche 650 Vollzeitstellen. 

Die angekündigten Massnahmen kommen nicht überraschend. Die Fluggesellschaft hatte bereits im April bei der Präsentationen der Quartalszahlen die Prüfung einer «signifikante Redimensionierung» angedeutet.

Nun zeigt sich: Die Flotte der 90 eigenen und im Auftrag für Swiss operierenden Flugzeugen von Helvetic Airways wird voraussichtlich um 15 Prozent gegenüber 2019 reduziert.



Das hat auch Konsequenzen für die Mitarbeitenden. Die Flottenverkleinerung hätte eine Reduktion von insgesamt rund 1700 Vollzeitstellen oder über 20 Prozent zur Folge, schreibt die Swiss. Durch die seit 2020 eingeleiteten Stellenabbaus über freiwillige Massnahmen und natürliche Fluktuation fielen allerdings bereits mehr als 1000 Vollzeitstellen weg.

Damit sei ein weiterer Personalabbau aber voraussichtlich dennoch nicht zu vermeiden, hält die Swiss fest. Der geplante Abbau von bis 650 Vollzeitstellen könnte rund 200 Mitarbeitende beim Bodenpersonal, 60 in der Technik, 400 beim Kabinenpersonal und 120 im Cockpit treffen.

2019, also vor Pandemiebeginn, zählte Swiss 7550 Vollzeitstellen respektive 9500 Mitarbeitende. Swiss-CEO Dieter Vranckx bedauert in der Mitteilung den «schmerzhaften Schritt». Die Fluggesellschaft hat ein Konsultationsverfahren eingeleitet.

Gewerkschaft will Airline umstimmen

Auf der Kurz- und Mittelstrecke würde sich die Anzahl Flugzeuge durch die Ausflottung von Maschinen der Airbus A320-Familie und der Reduktion im Wetlease-Bereich demnach von 69 auf 59 reduzieren. Im Langstreckenbereich beabsichtigt Swiss die Flotte von 31 auf 26 Flugzeuge zu verkleinern. Dabei würden fünf Flugzeuge aus der Airbus-Familie ausser Betrieb genommen werden.



Die Gewerkschaft VPOD sagt, sie wolle sich im Rahmen des Konsultationsverfahrens nun dafür einsetzen, dass die Swiss ihre risikoreiche Strategie nochmals überdenkt. Aktuelle Studien zeigten positive Szenarien für den Luftverkehr. Bereits Ende 2021 könnte ein ähnliches Niveau im Luftverkehr wie vor der Krise erreicht werden, heisst es von der Gewerkschaft.

Für Philipp Hadorn, Präsident der Bodenpersonal-Gewerkschaft SEV-GATA, «verspielt» die Leitung der Swiss mit der Massenentlassung das Vertrauen der Mitarbeitenden und der Bevölkerung. «Sie riskiert damit einen Mangel an Fachkräften im Wiederaufschwung des Luftverkehrs und vernachlässigt ihre soziale Verantwortung für die Mitarbeitenden», wird Hadorn in einer Mitteilung zitiert.