Swiss droht mit umfangreichem Streckenabbau

tali

20.6.2019

Die Swiss droht mit einem Streckenbau. Der Grund: die Klimaschutzüberlegungen der Parlamentarier.
Keystone

Im Zuge der Klimaschutzbemühungen beraten Politiker über Konzepte wie eine CO2-Besteuerung von Flugtickets. Nun schaltet sich die Swiss in die Diskussion ein – mit einer Drohung.

Wird ein Direktflug von Zürich nach San Francisco, Tokio oder Delhi bald nicht mehr möglich sein? So jedenfalls lassen sich die Aussagen der Swiss in der neuesten Ausgabe ihres Lobby-Magazins auslegen. Der Anlass der kaum verschleierten Drohung? Die aktuelle Klimadebatte, in der die Luftfahrtbranche aufgrund ihrer CO2-Emissionen nicht besonders gut dasteht.



«In der aktuellen Debatte, wie der Luftverkehr in Bezug auf den Klimawandel in die Pflicht genommen werden soll, geistern Konzepte herum, die als direkte Angriffe auf den Drehkreuzbetrieb zu werten sind» zitieren die Zeitungen der «CH Media» aus dem Magazin, das die Airline an Politiker und Interessensvertreter verteilt. «Jede weitere Verschlechterung könnte das Fass zum Überlaufen bringen.»

Swiss betont Notwendigkeit der Kurzstrecke

Das System der Swiss würde ohne Kurzstreckenflüge nicht funktionieren, beklagt das Unternehmen.
Keystone

Ob es wohl das von Grünen-Politiker Bálint Csontos gefoderte Verbot von Kurzstreckenflügen innerhalb Europas ist, das die Swiss in die Offensive gehen lässt? In seiner Argumentation betont das Unternehmen jedenfalls die Notwendigkeit von Kurzstreckenflügen nach Zürich für den Drehkreuzbetrieb: Die lokale Nachfrage nach Langstreckenflüge reiche nicht aus, darum sei es notwendig, mit ausländischen Umsteigepassagieren für Auslastung zu sorgen. «Gäbe es kein Drehkreuz, würde die lokale Nachfrage ausreichen, um maximal fünf Langstreckendestinationen zu bedienen», erklärt die Swiss.



19 Langstreckenziele könnten gestrichen werden

Damit stünde im Umkehrschluss die Zukunft der restlichen 19 Langstreckenflüge infrage. Da zu den beliebsten Fernzielen 2018 New York, Tel Aviv, Dubai, Bangkok und Singapur gehörten, könnten Nonstop-Flüge von Zürich bis beispielsweise San Francisco, Montreal oder Tokio bald der Vergangenheit angehören.

Eine Sprecherin des Konzerns bekräftigt die Drohung: Das Netzwerk der Swiss funktioniere aufgrund von Skaleneffekten. Sollten diese wegen Betriebsbeschränkungen oder CO2-Abgaben nicht mehr wirken, werde das Drehkreuz schnell unwirtschaftlich: «Ein grösserer Streckenabbau wäre die Folge.»

Bilder aus der Schweiz
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