Blaue Zähne: Verschwörungstheorien zu Hitlers Tod erneut widerlegt

3.6.2018 - 14:00, AFP

Die in Moskau aufbewahrte untere Zahnreihe Hitlers gilt als authentischer Beweis für den Tod des deutschen Diktators. (Archiv)
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Nach neuerlichen Untersuchungen des Gebisses durch den französischen Rechtsmediziner Philippe Charlier stehe zweifelsfrei fest, dass Hitler 1945 gestorben sei. Bläuliche Spuren an den künstlichen Zähnen deuten darauf hin, dass er eine Zyanidkapsel nahm.
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Ein französisches Forscherteam durfte ein Schädelfragment analysieren. Es wies ein Loch in der linken Hälfte auf, das wahrscheinlich durch eine Kugel verursacht wurde. «Wir wussten nicht, ob er eine Zyanidkapsel benutzte, um sich zu töten, oder ob es eine Kugel in den Kopf war», sagte Charlier. Aller Wahrscheinlichkeit nach habe Hitler beide Methoden angewandt.
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Adolf Hitler brachte sich am 30. April 1945 gemeinsam mit seiner kurz zuvor angetrauten Lebensgefährtin Braun im Führerbunker in Berlin um. Dieses Bild zeigt das Tyrannenpaar um das Jahr 1940.
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Auf dem letzten offiziellen Foto Hitlers zeichnet dieser vor der Reichskanzlei Hitlerjungen aus.
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Zwei russische Soldaten zeigen am 7. Mai 1945 im zerstörten Garten der Reichskanzlei in Berlin auf die Grube, in welcher die Leichen Adolf Hitlers und seiner Frau Eva Braun nach deren Selbstmord unvollständig verbrannt und verscharrt wurden. Neben der Grube sind drei leere Benzinkanister zu erkennen.
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Hitlers Zähne seien «authentisch, es ist kein Zweifel möglich». Dies habe ein Abgleich mit Röntgenbildern von Hitlers Kopf aus dem Jahr vor seinem Tod ergeben, so der Rechtsmediziner Charlier. Auf dieser Aufnahme beschäftigt sich der Pathologe mit dem Schädel von Agnès Sorel, einer Mätresse des französischen Königs Karls VII., die 1450 möglicherweise einem Giftmord zum Opfer fiel.
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Französische Wissenschaftler sind den Verschwörungstheorien entgegengetreten, dass Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg überlebt habe. Nach Untersuchung des in Moskau aufbewahrten Gebisses von Hitler stehe zweifelsfrei fest, dass dieser 1945 gestorben sei, sagte der Rechtsmediziner Philippe Charlier der Nachrichtenagentur AFP. Damit seien alle Verschwörungstheorien über Hitler ausgeräumt.

«Er ist nicht in einem U-Boot nach Argentinien geflohen, er ist nicht in einem versteckten Stützpunkt in der Antarktis oder auf der Schattenseite des Mondes», fügte Charlier hinzu. Hitlers Zähne seien «authentisch, es ist kein Zweifel möglich». Dies habe ein Abgleich mit Röntgenbildern von Hitlers Kopf aus dem Jahr vor seinem Tod ergeben.

Charlier hatte das Gebiss mit vier anderen Wissenschaftlern untersucht. Die Ergebnisse wurden am 18. Mai im Fachblatt «European Journal of Internal Medicine» veröffentlicht. Demnach hatte Hitler schlechte und einige falsche Zähne. Charlierführte aus, dass keine Fleischfasern an den Zähnen gefunden wurden, was dazu passe, dass Hitler Vegetarier war.

Der russische Geheimdienst FSB hatte im März und Juli 2017 erstmals seit 1946 Wissenschaftlern erlaubt, Hitlers Knochen zu untersuchen. Ein französisches Forscherteam durfte ein Schädelfragment analysieren. Es wies ein Loch in der linken Hälfte auf, das wahrscheinlich durch eine Kugel verursacht wurde.

Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Hitler am 30. April 1945 im Führerbunker in Berlin Suizid beging, als die Niederlage von Nazi-Deutschland absehbar war. Die Untersuchung des Schädelfragments sei hinsichtlich der Todesart von Interesse, sagte Charlier. «Wir wussten nicht, ob er eine Zyanidkapsel benutzte, um sich zu töten, oder ob es eine Kugel in den Kopf war.» Aller Wahrscheinlichkeit nach habe Hitler beide Methoden angewandt.

An den Zähnen wurden laut Charlier aber keine Pulverspuren gefunden. Der Schuss sei also offenbar nicht in den Mund, sondern in die Stirn oder den Nacken abgegeben worden. Bläuliche Ablagerungen an Hitlers falschen Zähnen könnten laut Charlier auf eine chemische Reaktion zwischen Zyanid und dem Metall der Prothesen hindeuten. Charlier war auch an der Analyse des Herzens von Richard Löwenherz beteiligt gewesen.

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