Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 massiv steigen

SDA/uri

18.2.2020 - 15:23

Eine alte Frau hält einen Teddybär: Die Zahl der Menschen mit Demenz in Europa wird neuen Schätzungen zufolge bis 2050 erheblich steigen.
Bild: dpa

Eine neue Prognose bestätigt: Bis zum Jahr 2050 werden erheblich mehr Menschen an Demenzerkrankungen leiden. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Europa liegt tiefer als bisher geschätzt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Alzheimer Europe, den der Dachverband der europäischen Alzheimer-Organisationen am Dienstag in Brüssel vorstellte. Dennoch wird sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis 2050 fast verdoppeln. Grund dafür sind das Bevölkerungswachstum in Europa und der wachsende Anteil älterer Menschen.

Um die Prävalenz von Demenz in Europa zu bestimmen, analysierte der Dachverband aktuelle Studien. Dabei legten die Fachleute strikte Qualitätskriterien für den Einbezug der Studien an. Der neuen Berechnung zufolge liegt die Prävalenz tiefer als in den letzten zehn Jahren angenommen, hielt Alzheimer Schweiz in einer Mitteilung zum Bericht fest.



Demnach liegt die Zahl der Erkrankten in der Schweiz bei 128'000 Personen statt wie bisher gedacht bei 155'000. Europaweit dürften rund eine Million weniger Menschen an Demenz erkrankt sein, als frühere Hochrechnungen vermuten liessen.

Gesünderer Lebensstil zahlt sich aus

Als Grund für die tiefere Prävalenz nennt der Bericht eine gesündere Lebensweise der Menschen. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auch das Risiko für Demenz erhöhen, seien demnach heute besser unter Kontrolle.

Der Bericht bestätigt die Beobachtung, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer, sowie den Trend zu immer mehr Demenzerkrankten. Ihre Zahl dürfte sich bis 2050 fast verdoppelt. Bisher war man von einer Verdopplung bis 2040 ausgegangen.



Die steigenden Fallzahlen werden das Gesundheits- und Sozialsystem der Schweiz somit weiter unter Druck setzen, schrieb Alzheimer Schweiz. Allerdings brauche es realistische Zahlen, um das Versorgungssystem auf die Herausforderungen vorzubereiten. Die Organisation plädiert daher für ein verlässliches Register.

Wissenslücken bestehen laut dem Bericht beispielsweise bei der Anzahl Menschen mit Demenz unter 65 Jahren oder unter Angehörigen ethnischer Minderheiten. Auch zur Prävalenz verschiedener Formen von Demenz sowie zur Frage, wie viele Menschen mit welchem Schweregrad der Erkrankung leben, ist die Datenlage noch dünn.



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