Was Antigen-Schnelltests können und für wen sie geeignet sind

tjb

29.10.2020

Ab dem 2. November setzt die Schweiz Antigen-Tests im Kampf gegen Covid-19 ein – in Indien sind diese Tests bereits Standard.
Bild Keystone/EPA/Farooq Khan

Der Bundesrat hat beschlossen, ab dem 2. November Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus einzusetzen. Was sind das für Tests und wem bringen sie etwas? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind Antigen-Schnelltests?

Antigen-Schnelltests weisen SARS-CoV-2 – das Coronavirus, das Covid-19 auslöst – direkt nach. Im Gegensatz zum bisher verwendeten PCR-Test wird dabei aber nicht die Erbinformation des Virus nachgewiesen, sondern bestimmte, für den Erreger typische Proteine. Für Antigen-Tests muss darum nicht zuerst Erbinformation vervielfältigt werden, sodass sie weder ein aufwendiges Labor brauchen noch viel Reaktionszeit. Um den Test durchzuführen, braucht es Speichelflüssigkeit.

Welche Vorteile haben diese Tests?

Das Ergebnis der Schnelltests liegt – der Name lässt es vermuten – sehr schnell vor: Bereits eine Viertelstunde nach Entnahme der Probe liefern sie ein Resultat. Zudem ist dazu kein Labor nötig, die Tests können also direkt in Arztpraxen, Spitälern, Testzentren oder auch entsprechend eingerichteten Apotheken durchgeführt und ausgewertet werden. Der Bund schreibt in einer Mitteilung, dass die Bereitschaft, sich testen zu lassen, mit den schnellen Tests steige. Dadurch könnten mehr positive Fälle gefunden und die Betroffenen umgehend isoliert werden. Zudem schone der Antigen-Test die Kapazitäten von PCR-Tests, die wegen ihrer höheren Zuverlässigkeit für besonders Gefährdete eingesetzt werden.

Für wen eignen sich die Antigen-Tests?

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommen für einen Antigen-Test all jene infrage, die seit höchstens vier Tagen Symptome zeigen und nicht zu einer Risikogruppe für einen schweren Verlauf zählen. Zudem könnten damit auch jene getestet werden, die zwar keine Symptome zeigen, aber eine Meldung der SwissCovid-App erhalten haben.

Was kostet so ein Test?

Der Bund übernimmt die Kosten für die Tests aller Personen, für welche das BAG den Test empfiehlt. Alle anderen sollen sich gar nicht erst testen lassen, schreibt der Bund.

Sind die Tests gleich zuverlässig wie die bisher eingesetzten?

Nein, die Antigen-Tests sind weniger zuverlässig als die derzeit benutzten PCR-Tests. Diesen Umstand berücksichtige man aber bei der Strategie, schreibt das BAG. Jene, die bei der Entnahme der Probe ansteckend seien, würden mit Antigen-Tests «äusserst zuverlässig» erkannt.

Kann ich meine Quarantäne nach einem negativen Antigen-Test vorzeitig beenden?

Nein. Ein einziges negatives Testresultat schliesse nicht aus, dass jemand erkrankt sei, schreibt das BAG dazu. Wer in Quarantäne muss, weil er oder sie einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt war, muss die Quarantäne einhalten.

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