Wirkung unklar Autoren korrigieren Echinaforce-Studie

SDA/tjb

16.11.2020

Nach der Echinaforce-Studie mahnen die Autoren an, dass sich die Ergebnisse nicht direkt auf die Anwendung beim Menschen übertragen liessen.
Nach der Echinaforce-Studie mahnen die Autoren an, dass sich die Ergebnisse nicht direkt auf die Anwendung beim Menschen übertragen liessen.
Bild: Kestone

Die Nachricht schlug im September hohe Wellen: Eine Studie attestierte dem Naturheilmittel Echinaforce eine Wirkung gegen das Coronavirus. Nun liefern die Forscher eine Korrektur nach.

Die Autoren der Echinaforce-Studie haben eine Korrektur im Fachmagazin «Virology» veröffentlicht. Sie weisen darauf hin, dass die antivirale Wirkung des Präparats gegen Coronaviren nur in der Petrischale nachgewiesen wurde. Um verlässliche Aussagen für Menschen zu treffen, seien klinische Studien nötig.

Im Herbst war ein regelrechter Wirbel um das Naturheilprodukt Echinaforce der Thurgauer Firma A. Vogel entstanden. Das Unternehmen publizierte gemeinsam mit dem Labor Spiez eine Studie, gemäss der Echinaforce im Reagenzglas eine abtötende Wirkung auf Coronaviren hat. Medien berichteten, dass nach Bekanntwerden der Studie in Apotheken die Nachfrage nach dem Präparat stark gestiegen sei.

Nun relativieren die Autoren im Fachmagazin «Virology» ihre ursprüngliche Studie, wie mehrere Medien am Montag berichteten. Die überarbeitete Studie liegt auch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor. Demnach sei für eine virenabtötende Wirkung des Produkts ein direkter Kontakt mit Viruspartikeln erforderlich. Da Echinaforce oral eingenommen werde, sei derzeit unklar, wie relevant dies «in vivo» sei.

Das Labor Spiez wies bereits im September darauf hin, dass noch völlig offen sei, ob der Stoff auch im menschlichen Körper wirke. Nach Bekanntwerden der Studie hat zudem die Arzneimittel-Behörde Swissmedic eine Untersuchung eingeleitet, ob um das Präparat verbotene Publikumswerbung betrieben worden sei.

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