Grösste Höhle der Welt noch gigantischer als angenommen

tmxh

29.5.2019 - 07:16

Die weltgrösste Höhle in Vietnam besitzt noch gigantischere Dimensionen als bislang angenommen. Die Entdeckung machten keine Unbekannten: Die Tauchter retteten im letzten Jahr die Kinder aus der Höhle in Thailand.

Die grösste Höhle der Welt, Son Doong in Vietnam, scheint noch grösser zu sein als bisher angenommen. Diese Entdeckung machte ein Trio britischer Taucher, das sich im letzten Monat in die verzweigte Höhle wagte. Die Taucher – im übrigen dieselben, die 2018 bei der Rettung der gefangenen Fussballmannschaft in Thailand geholfen hatten – erkundeten die Wasserwege der Höhle, die sich im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark in der Provinz Quang Binh Provinz befindet.

Während des bahnbrechenden Tauchgangs entdeckten sie einen neuen Unterwassertunnel, der Son Doong ( übersetzt etwa «Bergfluss-Höhle») mit einer weiteren riesigen Höhle namens Hang Thung verbindet. Son Doong misst derzeit offiziell insgesamt 38,5 Millionen Kubikmeter. Ist die Verbindung mit der Hang-Thung-Höhle einmal anerkannt, wird sich ihre Grösse um weitere 1,6 Millionen Kubikmeter erweitern.

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«Unverschämt gross»

«Es ist, als hätte jemand einen Klumpen auf dem Mount Everest gefunden, der ihn noch einmal 1000 Meter höher macht», versucht Howard Limbert, einer der Höhlenexperten und Organisatoren des Tauchgangs,  gegenüber CNN Travel eine Einordnung. «Jede Höhle der Welt wird bequem in das neue Volumen von Song Dong passen – sie ist einfach unverschämt gross.»

Limbert ist technischer Berater für das Unternehmen Oxalis Adventure, das als einziges lizensiert ist, Reisende in die Son Doong zu führen. Nach der  Beteiligung der britischen Taucher Jason Mallinson, Rick Stanton und Chris Jewell an der Rettung der Kinder in Thailand lud die Firma die drei Abenteurer zu einer Erkundung der Höhle ein. 

«Die Taucher haben bei der Rettung der Kinder in Thailand hervorragende Arbeit geleistet. Wir haben sie zu einer Reise nach Son Doong eingeladen, um ihnen für ihren grossen Einsatz zu danken», sagte Limbert gegenüber CNN.

120 Meter Tiefe vermutet

Während der Mission reichte die Sauerstoffversorgung der Taucher etwa bis zu einer Tiefe von 78 Metern, bevor sie umkehren mussen. An jenem Punkt angelangt, massen die drei Briten mit einem Bleigewicht an einer Leine die Ausmasse der Höhle: «Sie glauben, dass etwa eine Tiefe von 120 Metern erreicht wird und die Höhle noch einen Kilometer weitergeht», so Limbert.

«Jetzt, da wir wissen, wie tief sie ist, werden wir das nächste Mal Spezialgase mitbringen, die lange, tiefe Tauchgänge ermöglichen», ergänzte Limbert im Gespräch mit CNN. Die Taucher planen, im April nächsten Jahres zurückzukehren. Da der Wasserstand relativ niedrig ist und die Sicht besser als sonst – wenn auch nur etwa ein bis zwei Meter –, ist dies zum Tauchen die beste Zeit des Jahres.

Limbert ist begeistert: «Bis 2009 hatte niemand jemals einen Fuss in die Höhle Son Doong gesetzt. Diese neueste Entdeckung zeigt, dass es auf diesem Planeten noch eine Menge Dinge zu entdecken gibt. Es ist wirklich aufregend.» Bisher habe man nur etwa 30 Prozent des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks erkundet. 

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Zufällig entdeckt

Son Doong, eines der grössten Naturwunder der Welt, wurde 1990 zufällig entdeckt. Innerhalb der riesigen Kalksteinhöhle gibt es verschiedene Mikroklimata,  vielfältige Landschaften sowie riesige Stalaktiten und die grössten Stalagmiten der Welt (bis zu 80 Meter hoch) zu entdecken.

Reisende müssen eine geführte Exkursion  buchen, um die Höhle zu erkunden. Die Touren kosten gut 3000 Franken und werden  von Januar bis August angeboten. Sie sind auf jeweils zehn Personen begrenzt, mit einem Maximum von 1000 Reisenden pro Jahr. Jede Gruppe wird von einem 27-köpfigen, starken Support-Team begleitet, zu dem Träger, Köche, Sicherheitsassistenten, geschulte Reiseleiter und Höhlenforscher gehören.

«Aktuell waren mehr Menschen auf dem Mount Everest als in der Höhle», sagt Limbert CNN. «Und selbst diejenigen, die den Everest bestiegen haben, sagen nach ihrer Erkundung, dass Son Doong der beste Ort ist, an dem sie in ihrem Leben jemals waren.»

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