Kurze Besprechungen während einer OP kommen Patienten zugute

stsc, sda

9.12.2021 - 11:37

Im Operationssaal kann es auch mal hektisch werden. Von kurzen Besprechungspausen profitieren aber vor allem die Patienten. (Themenbild)
Keystone

Ob eine Operation erfolgreich verläuft oder nicht, hängt nicht nur vom Zustand des Patienten und dem chirurgischen Fachwissen ab. Auch Teamwork spielt eine wichtige Rolle, insbesondere die Kommunikation zwischen Chirurgen, Anästhesisten und Operationspflege-Personal.

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9.12.2021 - 11:37

Ein Forschungsteam des Inselspitals Bern und der Universität Neuenburg analysierte, wie sich kurze, rund einminütige Gesprächspausen während einer OP auf das Patientenwohl auswirken. In die Untersuchung flossen insgesamt 8256 Operationen ein, die in vier Spitälern durchgeführt worden waren.

Die Forschenden um Franziska Tschan, Expertin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Neuenburg, stellen in der medizinischen Fachzeitschrift «British Journal of Surgery» ein Protokoll vor, das sie «StOP?» nennen.

Das Kürzel steht für eine klar strukturierte Besprechungspause während einer OP, während der kurz und knapp die aktuelle Situation (Status), die nächsten Ziele (Objectives) und mögliche Probleme (Problems) diskutiert werden sowie Fragen gestellt werden können (?).

Tiefere Sterblichkeit

Für die Studie verglich das Team die Operationsergebnisse vor und nach der Einführung dieses Protokolls. Demnach wiesen Patientinnen und Patienten, bei deren Operation das Protokoll angewandt wurde, eine geringere Sterblichkeit auf, mussten seltener rehospitalisiert werden und durften früher nach Hause.

«Chirurgen und Chirurginnen haben natürlich schon vorher dem Team Informationen gegeben, das ist in dem Fall nicht neu. Neu ist, dass das systematisch und jedes Mal durchgeführt worden ist. Neu ist auch, dass explizit das ganze Team einbezogen wird», liess sich der Mediziner Guido Beldi, Projektleiter und Letztautor der Studie, in einer Mitteilung des Inselspitals vom Donnerstag zitieren.

Das Team möchte nun die Wirksamkeit dieses Vorgehens in einer grösseren Studie mit vierzig Spitälern testen.

https://doi.org/10.1093/bjs/znab384

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