Neue Südafrika-Variante: BAG analysiert die Lage

om, sda

26.11.2021 - 11:26

Die neue Mutation des Coronavirus unterscheidet sich im Spike-Protein von den bisherigen. (Archivbild)
Keystone

Nachdem mehrere Staaten und die EU wegen einer neuen möglicherweise gefährlicheren Coronavirus-Variante aus dem südlichen Afrika die Flugreisen eingeschränkt haben, analysiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Lage. Massnahmen ergriff es noch nicht.

om, sda

26.11.2021 - 11:26

In der Schweiz analysiert das BAG die vorhandenen Daten, wie es am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das Amt steht demnach im Austausch mit allen Akteuren innerhalb und ausserhalb der Verwaltung.

Die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO über die Coronavirus-Variante B.1.1.529 und deren Gefährlichkeit werde ebenfalls Einfluss auf das weitere Vorgehen der Schweiz haben, hiess es weiter. Sobald Entscheide gefallen sind, stellte das BAG weitere Informationen in Aussicht

Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes teilte auf Anfrage mit, die neue Variante verbreite sich schnell. Verglichen mit der aktuell in der Schweiz vorherrschenden Delta-Mutation des Virus sei ihr Potenzial, die Impfabwehr zu durchbrechen, grösser. Allerdings seien die Fallzahlen in Südafrika noch recht niedrig, obwohl sich B.1.1.529 dort gegen Delta durchzusetzen scheine.

Unter welchen Bedingungen sich diese Variante schneller überträgt als Delta, ist im Moment unklar. Es könnte gemäss Taskforce zum Beispiel von der Durchimpfung abhängen.

Richard Neher, der Varianten-Experte der Taskforce, bezeichnete die neue Variante als bemerkenswert. Sie unterscheide sich an vielen Stellen im Spike-Protein von den ursprünglichen Varianten und kombiniere viele Mutationen, die aus anderen besorgniserregenden Varianten bekannt sind.

Viele dieser Veränderungen betreffen lauf Neher Stellen in dem Protein, an welche Antikörper anbinden. Damit sei vorstellbar, dass die Variante «sowohl sehr übertragbar ist, als auch Teilen der Immunantwort entkommt». Zudem habe die Forschung bisher keine Zwischenvarianten zwischen B.1.1.529 und denen von Anfang 2020 beobachtet.

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