Hohe Wirksamkeit

Die in der Schweiz eingesetzten Impfstoffe erweisen sich als hervorragend

AFP/tsha

25.2.2021

Israelische Studie bestätigt hohe Wirksamkeit des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs

Israelische Studie bestätigt hohe Wirksamkeit des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs

Eine israelische Studie belegt die hohe Wirksamkeit des Vakzins der Partner BioNTech und Pfizer. Auch unter realen Bedingungen habe der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94 Prozent, hiess es in der im Fachmagazin «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Auswertung der Daten von 1,2 Millionen Menschen. Bislang lagen nur Daten zur Wirksamkeit des Vakzins unter kontrollierten Bedingungen aus klinischen Studien vor. Seit der Einführung der Impfungen in Israel am 19. Dezember haben von den neun Millionen Einwohnern fast die Hälfte die erste Dosis erhalten, ein Drittel bereits beide Impf-Einheiten.

25.02.2021

Eine neue Studie aus Israel zeigt: Die auch in der Schweiz zugelassenen Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna sind hochwirksam.

Positive Neuigkeiten zu Wirksamkeit und Produktion der Corona-Impfstoffe: Eine breit angelegte Studie in Israel mit Auswertung der Daten von mehr als einer Million Menschen hat die sehr hohe Wirksamkeit des in der Schweiz angewendeten Biontech/Pfizer-Mittels bestätigt. Der US-Hersteller Moderna, dessen Vakzin ebenfalls in der Schweiz zugelassen ist, kündigte unterdessen eine deutliche Ausweitung seiner Produktion an.

Diese Impfstoffe sind zugelassen
Covid-19 Impfstoff von Moderna, Mitte unten, und Pfizer-Biontech, Mitte oben, liegen neben anderen Arzneimitteln in einer Kuehlschrank-Schublade, am Samstag, 16. Januar 2021 in einer Hausarztpraxis in Oensingen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bild: Keystone

In der Schweiz wurden bislang zwei Impfstoffe zugelassen: kurz vor Weihnachten das Vakzin von Biontech und Pfizer, Mitte Januar der Impfstoff von Moderna. Für die Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca fehlen laut Swissmedic noch klinische Daten – «sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine weitere Zulassung rasch erfolgen», teilte Swissmedic auf Anfrage mit. Das Vakzin von Johnson & Johnson befindet sich laut Swissmedic «in der rollenden Begutachtung», ein erster Entscheid über Nutzen und Risiko könne «getroffen werden, sobald genügend belastbare Daten vorliegen». Für die Impfstoffe von Curevax und Novavax sind laut Swissmedic noch keine Zulassungsanträge eingegangen.

Moderna will nun in diesem Jahr 700 Millionen statt der bislang geplanten 600 Millionen Impfdosen produzieren. Bislang hat die Firma aus dem US-Bundesstaat Massachusetts rund 60 Millionen Impfdosen ausgeliefert, 55 Millionen davon in den USA. Kommendes Jahr will Moderna die Produktion seines Corona-Vakzins mittels starker Investitionen auf bis zu 1,4 Milliarden steigern.

Moderna hat zudem eine speziell gegen die südafrikanische Variante des Coronavirus gerichtete Version seines Vakzins entwickelt. Die südafrikanische Mutante gilt ebenso wie die britische und brasilianische als besonders ansteckend. Die neue Version des Moderna-Mittels wurde nun nach Angaben des Unternehmens zu klinischen Tests an Menschen an die US-Gesundheitsbehörde NIH geschickt.

Biontech-Impfstoff bietet 94-prozentigen Schutz

Zur Prüfung der Wirksamkeit des Impfstoffs der deutschen Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer werteten Forscher in Israel die Daten von 1,2 Millionen Menschen aus. Laut den jetzt vom US-Fachmagazin «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Ergebnissen dieser Studie schützt das Vakzin zu 94 Prozent gegen Krankheitssymptome.

Zwar hatten bereits vorherige Studien einen Wirkungsgrad von 95 Prozent des Biontech/Pifzer-Mittels gezeigt. Doch hatten diese Untersuchungen lediglich unter klinischen Bedingungen und Beteiligung von nur mehreren Tausend Testpersonen stattgefunden.



Die jetzige israelische Studie untersuchte die Wirksamkeit des Impfstoffs unter den Bedingungen der tatsächlichen massenhaften Anwendung. Die Untersuchung fand zwischen dem 20. Dezember und 1. Februar statt – also in einem Zeitraum, in dem sich die britische Virus-Variante bereits in Israel ausbreitete, was die Untersuchung umso aussagekräftiger macht.

Die 1,2 Millionen Menschen, deren Daten ausgewertet wurden, waren jeweils zur Hälfte geimpft und nicht geimpft. Jeder Geimpfte wurde einem Nichtgeimpften mit gleichen oder ähnlichen Charakteristika unter anderem in Alter, Geschlecht, geografischer Herkunft und Gesundheitszustand gegenübergestellt.

Hohe Impfquote in Israel

Der Vergleich ergab eine Wirksamkeit von 57 Prozent des Biontech/Pfizer-Vakzins gegen Symptome einer Erkrankung an dem Coronavirus in einem Zeitraum von 14 bis 20 Tagen nach Verabreichung der ersten Impfdose. Die Effektivität stieg auf 94 Prozent sieben Tage nach der zweiten Impfung.

Menschen, die das Vakzin ein zweites Mal erhielten, hatten der Studie zufolge auch ein 92 Prozent niedrigeres Risiko, überhaupt mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, als Nichtgeimpfte. Die Wirksamkeit des Mittels sei durch alle Altersgruppen hindurch in etwa gleich, Menschen über 70 Jahre eingeschlossen, sagte Ben Reis, einer der Co-Autoren der Studie, der Nachrichtenagentur AFP.



In Israel wurde bereits rund ein Drittel der 9 Millionen Einwohner mit den empfohlenen zwei Dosen von Biontech/Pfizer geimpft. Eine andere, bislang offiziell noch nicht veröffentlichte Studie in Israel zeigte zudem, dass das Mittel zu fast 90 Prozent die Übertragung des Virus auf andere Menschen verhindert. Über diese Untersuchung, die auf den Daten von mehr als 1,7 Millionen Geimpften basiert, hatten vor einigen Tagen mehrere Medien berichtet.

Auch der in der Schweiz noch nicht zugelassene Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) hat nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA eine hohe Wirksamkeit. Laut am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen verhinderte das Mittel in einer grossen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent. J&J hatte Anfang Februar einen Antrag auf Notfallzulassung seines Impfstoffs in den USA gestellt. Am Freitag berät ein Expertenausschuss der FDA über die Bewilligung.

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