Weil er der Erde zu nahe kommt: Asteroid auf der Abschussliste

tsch

19.3.2018

Der Asteroid Bennu ist ein ziemlich schwerer Brocken und könnte uns richtig gefährlich werden. Die Chancen, dass er die Erde trifft, stehen bei 1:2700. Die potenzielle Apokaylpse findet zwar erst  im Jahr 2135 statt. Aber schon jetzt arbeiten die NASA und andere Wissenschaftler an einem Abwehrplan.

500 Meter Durchmesser, 79 Millionen Tonnen schwer, 100'000 km/h schnell: Sollte Bennu die Erde treffen, wäre das ein unvorstellbares Desaster. Der Aufprall würde die Energie von 80'000 Hiroshima-Atombomben freisetzen. Alles Leben im Umkreis von 50 Kilometern des Aufprallortes würde ausgelöscht werden. Die Folgen für das Klima sind unabsehbar.

Weil die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstosses so gross wie selten ist, arbeiten Wissenschaftler der NASA schon jetzt mit dem US-Kernwaffenlabor Lawrence Livermore National Laboratory an einer Abwehrstrategie. Sie haben dafür in einer Konzeptstudie einen echten Weltraum-«HAMMER» entwickelt: ein «Hypervelocity Asteroid Mitigation Mission for Emergency Response vehicle», eine «Hypergeschwindigkeits-Asteroiden-Abwehrmission». Das etwa neun Tonnen schwere Gerät soll von einer Trägerrakete auf Bennu abgefeuert werden und ihn aus seiner Bahn boxen. Alternativ wird auch an einer nuklearen Lösung gearbeitet.

Die Physikerin Kirsten Howley erklärt auf der des Lawrence Livermore National Laboratory, warum sich die Wissenschaftler schon jetzt mit Bennu beschäftigen: «Je früher wir uns mit dem Problem beschäftigen, umso mehr Zeit haben wir, Abwehrstrategien zu entwickeln.» Wenn man damit erst zehn Jahre vor dem Aufprall beginnen würde, wären bis zu 50 Treffer nötig. Die Anzahl würde bei langfristiger Planung rapide sinken.

Bennu steht schon länger im Zentrum wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Die NASA startete 2016 die Mission «Osiris Rex» und schickte eine Sonde zum Asteroiden. Die soll den Koloss vermessen und kartografieren. Ein spezieller Greifarm soll zudem Gesteinsproben sammeln. Die Rückkehr der Sonde ist für 2023 vorgesehen.

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