Online-Tool

Wie gut ist mein Corona-Selbsttest?

Von Uz Rieger

27.1.2022

Auch durch die massenhafte Anwendung der Corona-Schnelltests werden mehr Infizierungen gemeldet.
Ein neues Online-Tool will dabei helfen, die Qualität von Selbsttests abzuschätzen. (Symbolbild)
Federico Gambarini/dpa

Wer zum Corona-Selbsttest greift, fragt sich häufig, ob das Produkt auch empfindlich genug ist, um eine mögliche Infektion anzuzeigen. Ein neues Online-Tool verspricht mehr Sicherheit.

Von Uz Rieger

27.1.2022

Der Antigen-Selbsttest gehört für viele zur Standardroutine, bevor sie die Grosseltern besuchen. Und häufig dürften einen trotzdem Zweifel beschleichen, wie aussagekräftig das Negativ-Ergebnis tatsächlich ist. Schliesslich bestehen deutliche Unterschiede, was die Qualität der Tests angeht.

Per Smartphone lässt sich nun über ein neues Online-Tool immerhin rasch ermitteln, wie gut der Selbsttest ist, den man zu Hause rumliegen hat oder gerade in der Apotheke einkaufen will.



Dafür reicht es auf dem Telefon-Browser die Seite  Schnelltesttest.de anzusteuern. Danach kann man via Handy-Kamera oder manuelle Eingabe den Barcode des Produkts eingeben und bekommt dann ausgespuckt, wie sensitiv der gewählte Antigen-Selbsttest ist.

Als Grundlage des Tools dient eine Untersuchung des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts PEI. Dieses hat die Qualität von 245 Schnelltests unter die Lupe genommen. Darunter auch 20 der insgesamt 27 in der Schweiz erhältlichen Produkte.

Mit der Kamera des Smartphones lässt sich der Strichcode des Selbsttests scannen. 
Bild: bN

Das hinter Schnelltesttest.de stehende Hacker-Kollektiv «zerforschung» hat das Projekt ehrenamtlich realisiert, weil es die bereits verfügbare Liste des PEI als unübersichtlich und wenig nutzerfreundlich empfand, wie es auf der eigenen Website schreibt. Man habe das ändern wollen und die eigene Idee umgesetzt, einfach den Barcode auf der Verpackung des Tests scannen zu können. 

Mehrere in der Schweiz erhältliche Tests sind nicht gelistet

Ist ein Test im System hinterlegt, zeigt das Tool die entsprechende Sensitivität an. Allerdings sind bislang noch nicht von allen Tests und deren verschiedenen Packungsgrössen Barcodes hinterlegt. «zerforschung» bittet Nutzerinnen und Nutzer deshalb, auch mitzuhelfen: Liefert es zum eigenen Test kein Ergebnis aus, kann man den Barcode und von der Packung des Tests ein Foto einschicken. Für Nutzer aus der Schweiz dürfte das allerdings nur für jene 20 Tests Sinn machen, die auch tatsächlich vom PEI untersucht wurden.

Ist der Schnelltest im System hinterlegt, spuckt das Tool das Ergbnis aus. 
Screenshot

Nicht auf der PEI-Liste sind laut der «Sonntags-Zeitung» folgende Tests: autotest Covid-Viro von AAZ-LMB, GENnasal (Sars-CoV-2 Antigen Rapid Test) von Hangzhou Sejoy Electronics & Instruments Co., Ltd., Ninonasal Autotest von NG-Biotech und die Tests Beright – Sars-CoV-2 Antigen Rapid Test, GSD NovaGen Sars-CoV-2 Ag Rapid Test, JusCheck Sars-CoV-2 Antigen Rapid Test und Covid-19 Antigen Test Cassette vom Hersteller Hangzhou Alltest Biotech Co., Ltd.

Selbsttests sind nicht Teil der nationalen Teststrategie

Antigen-Selbsttests weisen eine bedeutend höhere Fehlerrate als PCR-Tests auf, die ausschliesslich durch geschultes Personal vorgenommen werden und als «Goldstandard» unter den Tests gelten. Laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG sind die Selbsttests auch nicht Teil der nationalen Teststrategie. Negativ-Resultate seien hier «kein Nachweis, nicht infiziert zu sein», teilte das BAG blue News kürzlich auf Nachfrage mit.

Das Paul-Ehrlich-Institut stellt auf seiner Website zudem klar, dass «Selbsttests und Antigen-Schnelltests zur professionellen Anwendung nicht zur sicheren Diagnose einer Covid-Infektion entwickelt worden sind. Sie seien lediglich dazu gedacht, «Personen mit einer sehr hohen Viruslast, der damit verbundenen potenziellen Infektiosität und dem Übertragungsrisiko für Kontaktpersonen schnell und einfach zu identifizieren».