Worber Hausbesitzer gräbt an  Gartenteich und stösst auf Bronzezeit-Grab

sr, sda

8.12.2021 - 10:40

So präsentierten sich die archäologischen Grabungen dort, wo der Gartenteich entstehen soll.
So präsentierten sich die archäologischen Grabungen dort, wo der Gartenteich entstehen soll.
Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Beim Graben im eigenen Garten hat ein Mann in Worb einen Zufallstreffer gelandet: Er stiess auf Schmuck aus der Bronzezeit, der einer wohlhabenden Frau als Grabbeigabe diente.  

sr, sda

8.12.2021 - 10:40

Bei Aushubarbeiten für einen Gartenteich ist ein Worber Hausbesitzer auf zwei Schmuckstücke aus Bronze gestossen: eine Gewandnadel und einen reich verzierten Armreif. Der Finder benachrichtigte den archäologischen Dienst und dieser kam zum Schluss, dass der Schmuck zu einem spätbronzezeitlichen Brandgrab gehört.

Wie die kantonale Bildungs- und Kulturdirektion am Mittwoch mitteilte, geht die Erkenntnis der Archäologen auf eine sofort nach dem Fund eingeleitete, kleine Rettungsgrabung zurück. Bei dieser Grabung zeichneten sich im Boden deutlich zwei Gruben mit flacher Sohle ab.

Bronzenes Schmuckensemble aus zwei Gewandnadeln und zwei verzierten Armringen mit Stempelenden. Alle Schmuckstücke sind verbrannt, am stärksten die Nadel oben links.
Bronzenes Schmuckensemble aus zwei Gewandnadeln und zwei verzierten Armringen mit Stempelenden. Alle Schmuckstücke sind verbrannt, am stärksten die Nadel oben links.
Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Während die eine Grube keine Funde aufwies, enthielt die andere Holzkohle und zahlreiche kleine Fragmente verbrannter Knochen. Darauf lagen ein weiterer Bronzearmring, ein stark verbranntes Bronzeobjekt, Reste einer zerbrochenen Schüssel sowie eine Scherbe eines grösseren Gefässes. Im Sediment darüber befand sich ein grosser Sandsteinblock.



Das stark verbrannte Bronzeobjekt erwies sich nach seiner Reinigung als weitere Gewandnadel, die typisch für den Beginn der späten Bronzezeit ist. Ein Holzkohlestück aus dem Grab konnte an der Universität Bern mit der C14- respektive Radiokarbon-Methode um 1300 vor Christus datiert werden.

Die Funde lassen laut den Archäologen vermuten, dass eine wohlhabende Frau mit Tracht und Schmuck sowie Keramikgefässen, die möglicherweise Essensbeigaben enthielten, auf einem Scheiterhaufen kremiert wurde. Danach wurden Leichenbrand und Grabbeigaben in einer Grube deponiert, bevor diese mit Erde verfüllt und das Grab möglicherweise mit einem Sandsteinblock markiert wurde.

Durch die spätere Bodenbildung überdauerte das Grab gut geschützt die Jahrtausende bis zu seiner Entdeckung.

«Seltene Vollständigkeit»

Das reiche Grabinventar sei in seltener Vollständigkeit überliefert worden, schreibt die kantonale Bildungs- und Kulturdirektion. Der Fund sei einzig der Aufmerksamkeit des Hausbesitzers zu verdanken. Die Fundstelle war zuvor den Archäologen unbekannt.



Prähistorische Grabfunde sind laut Mitteilung im Kanton Bern selten. In der Umgebung von Worb sind Siedlungsspuren der Bronzezeit bekannt, die allerdings etwas älter sind, zum Beispiel eine 2020 bei Richigen ausgegrabene Fundstelle.

sr, sda