Bern setzt für Grossratskommission zu stark auf externe Experten

sr, sda

20.8.2021 - 09:56

Vor allem Informatikdienstleistungen kauft der Kanton Bern extern ein. (Archivbild)
Keystone

Der Kanton Bern gibt laut einem Bericht immer mehr Geld aus für externe Experten. Zwischen 2016 und 2019 stieg der Aufwand um 29 Prozent. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des bernischen Grossen Rats fordert nun die Kantonsregierung auf, vermehrt auf Eigenleistungen zu setzen.

sr, sda

20.8.2021 - 09:56

Die GPK ist laut einer Mitteilung des Grossen Rats vom Freitag der Ansicht, dass dem Kanton Bern eine Strategie fehlt, wie mit dem Einsatz Dritter umzugehen ist. In dieser Strategie sollte nach Ansicht der GPK festgehalten werden, dass mehr auf Eigenleistung zu setzen ist.

«Das Kantonspersonal muss mehr Eigenverantwortung übernehmen und die zentralen Aufgaben selber ausüben, damit die Ausgaben für externe Expertinnen und Experten nicht weiterhin sukzessive zunehmen», heisst es in der Mitteilung.

Zusätzlich zu einer Strategie braucht es nach Auffassung der GPK auch klare Vorgaben für die Vergabe von Aufträgen. Es müsse klar sein, heisst es, an welchen Kriterien sich der Kanton orientiere, wenn er externe Aufträge vergibt.

Andernfalls bestehe das Risiko, dass der Einsatz von externen Beratungen sehr unterschiedlich und teilweise unwirtschaftlich erfolge. Bevor externe Aufträge vergeben würden, brauche es somit eine dem Auftrag angemessene Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Kosten/Nutzen-Überlegungen.

Vor allem Informatik-Aufträge

Im Auftrag der GPK untersuchte die bernische Finanzkontrolle, wie sich die Ausgaben des Kantons Bern für externe Fachleute entwickelten.

Die Finanzkontrolle ist das oberste Fachorgan der Finanzaufsicht im Kanton Bern und unterstützt gleichermassen den Grossen Rat und den Regierungsrat. Sie bildet eine selbstständige Organisationseinheit innerhalb der Verwaltung und ist fachlich unabhängig.

Diese Institution stellte fest, dass zwischen 2016 und 2019 die Ausgaben um 29 Prozent auf 43 Millionen Franken stiegen. Der gesamtstaatliche Aufwand erhöhte sich in dieser Zeit lediglich um zehn Prozent.

Der überproportionale Anstieg ist laut dem Bericht der Finanzkontrolle unter anderem auf verschiedene grosse Informatik-Projekte zurückzuführen. Die Direktionen nehmen Beratungsdienstleitungen sehr unterschiedlich in Anspruch.

Gestützt auf die Erkenntnisse der Finanzkontrolle erstellte die GPK einen eigenen Bericht, der am Freitag auf der Internetseite des Kantons Bern veröffentlicht wurde.

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