Coronavirus – Bern

Berner haben ein Stück Alltag zurück – und stehen geduldig Schlange

SDA

27.4.2020 - 10:42

Die Menschenschlange vor dem Bauhaus Niederwangen morgens um 7:25 Uhr.
Die Menschenschlange vor dem Bauhaus Niederwangen morgens um 7:25 Uhr.
Source: CHRISTIAN ZINGG

Das strikte Corona-Regime ist seit Montag ein wenig gelockert. Baumärkte und Gartencenter erleben auch im Kanton Bern einen Besucheransturm, Coiffeure sind auf Tage hinaus ausgebucht.

Die Bernerinnen und Berner haben ein Stück Normalität zurück und kosten das aus, wie der Augenschein eines Keystone-SDA-Reporters in Stadt und Region Bern zeigte.

Manche Geschäfte öffneten am Montag schon früh ihre Türen, so die Bauhaus-Filiale in Niederwangen (Gemeinde Köniz). Dort warteten kurz nach 7 Uhr etwa 60 Menschen auf den Einlass.

Die Schlange bildete sich, weil die Sicherheitsleute Wert auf einen geordneten Eintritt legten. Eine Frau beim Eingang bestimmte jeweils, wann wieder jemand den Laden betreten durfte. Die wartenden Kunden zeigten die nötige Geduld.

Die Zufahrt mit Autos musste zeitweise gesperrt werden. Die Verantwortlichen wollten so eine Überlastung des Parkings verhindern.

Auch andere Baumärkte im Kanton waren schon ab den Morgenstunden gut besucht. Generell hielten sich die Kundinnen und Kunden an die Abstandsregeln und allfällige ladenspezifische Vorgaben. Das zeigte ein Augenschein zum Beispiel in der Bau- und Hobby-Filiale von Coop in Bern-Bethlehem.

Nur vereinzelt trugen Kunden Schutzmasken. Zumeist handelte es sich um Modelle, die nicht sie selber, sondern die anderen Menschen schützten. Masken waren in der Coop-Filiale in Bern-Bethlehem übrigens nicht zu kaufen; sie werden von den Grossverteilern nur in ausgewählten Filialen und über die Onlineshops verkauft.

Ansturm auf Coiffeure

Nach sechswöchiger Zwangspause durften am Montag auch die Coiffeure wieder ihre Türen öffnen. Entsprechend begehrt waren freie Termine.

Beim grossen Coiffure Upstairs im Bahnhof Bern gab es am ersten Tag weder für Frauen noch für Männer einen einzigen freien Termin. Frauen müssen sich gemäss Online-Booking bis mindestens Freitag gedulden.

Wer sich die Haare schneiden lassen will, braucht – genau wie der Coiffeur oder die Coiffeuse – eine Schutzmaske. Coiffure Upstairs gibt diese den Kundinnen und Kunden ab, wie es auf Anfrage hiess. Dazu verpflichtet sind die Coiffeure nicht. Wer ohne Maske zum Termin erscheint, dem kann der Haarschnitt grundsätzlich verweigert werden.

Ebenfalls wieder Kunden und Patienten empfangen dürfen Ärzte, Physiotherapeuten sowie Tattoo- und Kosmetikstudios. Alle weiteren Läden und Märkte sollen am 11. Mai wieder öffnen dürfen – vorausgesetzt, dass die Zahl der Corona-Neuinfizierten bis dahin nicht wieder ansteigt.

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