Berner Lehrer müssen weiter mit Lohnrückständen leben

SDA

27.11.2018 - 09:42

Berner Lehrpersonen mit 6 bis 32 Berufsjahren müssen weiter mit teils grossen Lohnrückständen leben. Der Grosse Rat hat es am Dienstag abgelehnt, auch nächstes Jahr 0,3 Prozent der Lohnsumme für strukturell bedingte Gehaltsrückstände zur Verfügung zu stellen.

In den letzten Jahren war dies stets der Fall gewesen. Im Budget 2019 ist die Massnahme aus Spargründen nicht mehr vorgesehen. Dagegen wehrte sich die SP-Fraktion: Der Handlungsbedarf sei unbestritten und die Verschlechterung des Budgets um zwölf Millionen Franken angesichts des hohen Überschusses verkraftbar.

Mit einer Aktion vor dem Rathaus verliehen Lehrerinnen und Lehrer der Forderung Nachdruck. Vom Rückstand betroffen seien erfahrene Lehrer, die oft viel Verantwortung übernähmen und ein starkes Rückgrat für die Schulleitung bildeten. Bei einem Sekundarlehrer könne der Lohnrückstand bis zu 450 Franken pro Monat ausmachen.

Finanzdirektorin Beatrice Simon betonte, die 0,3 Prozent würden 2019 zwar ausgesetzt, doch könne man später darauf zurückkommen. Im übrigen mache der Kanton durchaus etwas für die Lehrkräfte, indem er weiterhin 1,5 Lohnprozente für den individuellen Gehaltsaufstieg einsetze. Mit 92 zu 49 Stimmen wurde der SP-Antrag abgelehnt.

Zum Budget und zum Aufgaben-/Finanzplan 2020-22 liegen zahlreiche Anträge vor allem der Ratslinken vor. Sie wollen Sparmassnahmen rückgängig machen, weil das Berner Stimmvolk am Sonntag mit dem Nein zur Steuergesetzrevision auch ein Zeichen gegen den Leistungsabbau gesetzt habe.

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