Fahrplanwechsel bringt Verbesserungen im öffentlichen Verkehr

hn, sda

12.11.2021 - 10:23

Mit dem Fahrplanwechsel kommt es im öffentlichen Verkehr des Kantons Bern zu diversen Verbesserungen. (Symbolbild)
Keystone

Der Fahrplanwechsel vom 12. Dezember bringt dem Kanton Bern Verbesserungen im öffentlichen Verkehr. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Moonliner-Nachtbusse.

hn, sda

12.11.2021 - 10:23

Die Moonliner werden neu kein eigenes Tarifsystem haben, sondern das gleiche wie auch die Tagangebote. Das heisst, der bisherige Nachtzuschlag fällt weg. Nach 25 Betriebsjahren werde der Moonliner damit «normal», wie Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus am Freitag vor den Medien in Bern scherzhaft meinte.

Das Nachtangebot wird neu durch Bund und Kanton bestellt und finanziert. Die bisherige Defizitdeckung durch die Gemeinden fällt weg.

Die Nachtbusse können mit allen üblichen Abonnementen und Tickets wie beispielsweise das Generalabonnement, Einzelfahrkarten oder die Jugendkarte «seven25» genutzt werden, wie Moonliner-Geschäftsführer Marc Jaussi am Freitag vor den Medien in Bern ausführte.

Ausbau in der Region Bern

In der Region Bern gibt es laut Jaussi «ein komplett neues Angebot mit angepassten Linienführungen». Neu gibt es einen Stundentakt in die Agglomeration und einen Halbstundentakt auf den Hauptkorridoren in der Stadt sowie auf stark benutzten Linien in die Agglomeration.

Die Abfahrten erfolgen ab Bern im Halbstundenraster jeweils eine Viertelstunde vor oder eine Viertelstunde nach einer Stunde. Die Anschlüsse ab den letzten Zugsverbindungen werden ebenfalls verbessert.

Weg fällt hingegen in der Agglomeration Bern das Moonliner-Angebot in der Donnerstagnacht. Die Nachfrage war laut Jaussi rückläufig. In den Regionen kommt es zu punktuellen Angebotsverbeserungen. Der Nachtbus zwischen Bern und Biel wird beschleunigt. Neu gibt es vier Abfahrten pro Nacht.

Ausgebaut werden auch die zwischenstädtischen Verbindungen des Moonliners von Bern nach Thun, Biel und Freiburg. Die Neuerungen bei den Moonlinern treten erstmals am 17. Dezember in Kraft, also am Wochenende nach dem Fahrplanwechsel.

Verbesserungen auch tagsüber

Im Tagesverkehr werden zwischen Gstaad und Montreux sowie zwischen Bern und Freiburg die Züge früher fahren als heute. Auf der Linie Burgdorf-Konolfingen-Thun wird der Halbstundentakt in den Abend ausgedehnt.

Ein Angebot im Berner Oberland fällt weg: Die Regioexpress-Züge Zweisimmen-Interlaken verkehren nur noch bis Spiez. Dort besteht eine Umsteigeverbindung nach Interlaken. Voraussichtlich ab Mitte Dezember 2022 wird dann der neue Goldenpass-Express mit Umspuranlage von Montreux her durchs Simmental nach Interlaken fahren.

Fernverkehrszüge zwischen Bern und Olten via Burgdorf und Langenthal verkehren neu bis 23 Uhr im Halbstundentakt.

Bei den Buslinien in verschiedenen Regionen des Kantons gibt es zusätzliche Verbindungen und Anpassungen der Linienführung. Verbessert wird namentlich das Abendangebot zwischen Ramsei und Langnau, das Angebot zwischen Langenthal und Melchnau, die Erschliessung von Gsteigwiler sowie der Ortsbus in St-Imier und in Spiez.

Noch nicht alles umgesetzt

Die Fahrplanänderungen basieren auf dem Angebotsbeschluss 2022-2025 des bernischen Grossen Rats vom vergangenen März. Damals beschloss das Parlament punktuelle Verbesserungen im öffentlichen Verkehr. Die vom Parlament beschlossenen Verbesserungen sind noch nicht alle umgesetzt worden, wie Neuhaus einräumte. Die Coronakrise führe bei den Bahn- und Busunternehmen zu Ertragsausfällen. Damit habe auch der Kanton weniger Geld zur Verfügung.

«Nichtsdestotrotz können wir einen nicht ganz unwesentlichen Schritt machen», sagte Neuhaus. Die Entwicklung der Nachfrage werde einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie rasch die weiteren vom grossen Rat beschlossenen Verbesserungen realisiert werden können.

Stabilere Nachfrage

Der Verkehrsdirektor erwartet, dass sich die Nachfrage nach dem Ende der Pandemie wieder stabilisieren wird. Aktuell liege die Nachfrage rund zehn bis zwanzig Prozent hinter dem Rekordjahr 2019 zurück.

Angesichts der Klimaveränderungen sei es wichtig, die CO2-Emissionen des Verkehrs zu reduzieren, führte Neuhaus aus. Dabei spiele ein attraktives ÖV-Angebot eine wesentliche Rolle. Der Kanton unterstützt laut Verkehrsdirektor die Busunternehmen in den nächsten vier Jahren mit zehn Millionen Franken, um die Mehrkosten von Elektrobussen aufzufangen.

hn, sda