Runder Tisch

Fischsterben am Blausee: Gutachten soll Klarheit bringen

SDA/gbi

19.11.2020 - 10:21

HANDOUT --- Der Steinbruch Mitholz, undatiert. In der Fischzucht des bekannten Ausflugsziels Blausee im Berner Kandertal ist es laut den Betreibern in letzter Zeit wiederholt zu massiven Fischsterben gekommen. Sie vermuten, dass Tunnelschotter aus dem Loetschberg-Scheiteltunnel der Grund dafuer ist. Die Betreiber des Hotel-Restaurants mit Fischzucht hegen laut einer Mitteilung den
Liegt hier der Ursprung des Fischsterbens? Der Steinbruch Mitholz am Blausee im Kandertal. 
Bild:  Blausee AG

Der monatelange Streit um das Fischsterben im Blausee im Berner Oberland geht in die nächste Runde: Nun soll ein umfassendes Gutachten zur mutmasslichen Vergiftungen des Grundwassers erstellt werden. 

Wieso sterben massenweise Fische im Blausee? Diese Frage sorgt im Kandertal seit Monaten für Streit. Die Betreiber einer Fischzucht hegen den «dringenden Verdacht», dass mit Giftstoffen belasteter Aushub aus dem alten Lötschbergtunnel für Grundwasserverschmutzungen verantwortlich ist. In diesem Tunnel werden seit 2018 die Fahrbahnen erneuert.

In der Affäre haben sich die Kontrahenten am Mittwoch an einem Runden Tisch getroffen. Sie vereinbarten, dass ein umfassendes hydrogeologisches Gutachten erstellt werden soll.

Wie das Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental und die Gemeinde Kandergrund am Donnerstag mitteilten, soll ein unabhängiges Fachbüro das Gutachten erstellen. Zudem ist geplant, umfassende Bodenproben durchzuführen, um weitere Erkenntnisse zur Altlastensituation und deren Auswirkungen auf die Grundwasserströme zu gewinnen.

Anwesend am Rundtischgespräch waren die Firmen BLS AG, SHB Steinbruch + Hartschotterwerk Blausee-Mitholz AG, Geotest AG, Marti AG, Blausee AG, der Geologe Hans Rudolf Keusen als Sachverständiger der Blausee AG sowie Vertreterinnen und Vertreter des VBS, des Kantons Bern, des Regierungsstatthalteramts und der Gemeinden Kandergrund und

Weitere Gespräch im Dezember

Die Ortschaft Mitholz gehört zur Gemeinde Kandergrund. Das Gutachten wird in der Mitteilung auch mit baulichen Vorhaben in der Region begründet, beispielsweise mit dem Ausbau des Lötschberg-Basistunnels oder den geplanten Arbeiten am ehemaligen Munitionslager der Armee in Mitholz. Die hydrogeologische Situation im Kandertal sei komplex, heisst es.Kandersteg.

Mitte Dezember soll ein weiteres Rundtischgespräch stattfinden. Die Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass nur ein gemeinsames Vorgehen zum Erfolg führen könne, steht in der Mitteilung weiter.

Gutachten gegen Gutachten

Mitte September hatten die Besitzer des Ausflugsziels Blausee bekanntgegeben, in letzter Zeit sei es wiederholt zu grossen Fischsterben in der Zuchtanlage neben dem Blausee gekommen. Sie glauben, dass mit Giftstoffen belasteter Aushub aus dem alten Lötschberg-Scheiteltunnel für diese Ereignisse verantwortlich ist.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass auf dem Gelände des Steinbruchs der Firma Vigier in Mitholz nicht nur Altschotter aus dem oberen Lötschbergtunnel, sondern auch solcher von weiteren BLS-Baustellen der vergangenen Jahre ab- oder zwischengelagert wurde.

Die Firma Vigier sagte bisher, das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern habe eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen. Bisher hätten alle Wasserproben an verschiedenen Stellen in und um das Werk Mitholz unbedenkliche Werte ergeben.

Die Blausee-Besitzer zweifeln - gestützt auf ein eigene Untersuchungen - die Resultate dieses Gutachtens an. Ein Strafverfahren läuft.

Zurück zur Startseite

SDA/gbi